Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

33 „”Compliance and ethics program” means a program designed to prevent and de- tect criminal conduct. (United States Sentencing Commission Guidelines Manual §8B2.1.(a)(2), 2012 p.496).“ Diese Definition betont den Zweck von „Compliance and Ethics Programs“ als In- strumente zur Verbrechensbekämpfung im Sinne der Vermeidung von Wirt- schaftskriminalität und steht somit im Widerspruch zu der Forderung nach Unter- nehmenskulturentwicklung. Ist dieser Widerspruch einer der Hauptgründe für das Delta zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Umsetzung (dem Leben) der Programminhalte? Übertragen auf die Theorie der Ökonomischen Ethik und hier im Besonderen auf den Praktischen Syllogismus zeigt sich die zentrale Bedeutung von Compliance und Integrität. Ein Leitbild bringt ein individuelles Spielverständnis zum Ausdruck und die Regel- orientierung fällt in Abhängigkeit von diesem gemeinsamen Spielverständnis un- terschiedlich aus. Basis ist die Vertrauenserwartung seitens des Vertrauensgebers an eine Situation und die darin handelnde Person. Der Vertrauensgeber (Mitarbei- ter) analysiert die Situation des Vertrauensnehmers (mit den darin enthaltenen empirischen Bedingungen) und prüft dann die Art und Weise wie konkret innerhalb der Situation agiert wird, also welche konkreten Handlungen er ausführt. Compliance zielt auf die Gestaltung der Anreize ab, die ein konformes Verhalten wahrscheinlicher machen. Aber es geht in der Ökonomischen Ethik auch um den Menschen, der sich der Gestaltung entzieht und somit nur über Investitionen in die Bedingungen zur Entfaltung seines integeren Verhaltens erreicht und „beeinflusst“ werden kann. Die Entwicklung dieser Integrität setzt voraus, dass der Mensch (z.B. der Mitarbeiter) davon ausgehen kann, dass seine Vertrauenserwartungen in die Konsistenz des Leitbildes (d.h. das Unternehmen agiert gemäß der proklamier- ten Werte) nicht enttäuscht werden. (vgl. (Suchanek & Broock, 2011))

Seitenübersicht