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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

29 2.3.2.3 Compliance and Ethics Programs Initiiert wurden die U.S.-amerikanischen „Compliance and Ethics Programs“ durch die Veröffentlichung der U.S. Federal Sentencing Guidelines for Organizations im Jahre 1991. Die Richtlinien beinhalteten die sieben Schritte für ein effektives Ethik- und Comp- liance Programm, verbunden mit Anforderungen zu deren Implementierung und Evaluation. Ziel war es, amerikanische Arbeitgeber im Hinblick auf das gesetzes- konforme Verhalten ihrer Beschäftigten in die Verantwortung zu nehmen (ERC, 2005). Können die Organisationen ihre Bemühungen um die Implementierung o.g. sieben Schritte nachweisen, wird das Sanktionsmaß bei etwaigen Vergehen ab- geschwächt. Die Unternehmen reagierten und zahlreiche „Compliance and Ethics Programs“ wurden unter hohem zeitlichem und personellem Aufwand in die Unternehmens- prozesse installiert. Diese Entwicklungen wecken das wissenschaftliche Interesse. Lynn S. Paine (1994)17 stellt in mehreren Studien zur Herangehensweise in der Implementierung von „Compliance and Ethics Programs“ fest, dass die verantwortlichen Manager häufig den Zugang via strenger Überwachung und Sanktionierung von Fehlverhal- ten wählen, den sog. „compliance-based approach“. Paine argumentiert, dass es mittels des sog. „integrity-based approach“ besser gelingt, effizientere und nach- haltigere Erfolge zu erzielen, da die intrinsische Motivation der MitarbeiterInnen, sich gemäß den vorgegebenen Regeln zu verhalten, gestärkt wird. Paine betont dabei die Rolle der Führungskräfte in ihrer Aufgabe das gewünschte Verhalten selbst authentisch vorzuleben bzw. durch Trainings das eigene Urteilsvermögen in Dilemma-Situationen zu schärfen. „Prompted by the prospect of leniency, many companies are rushing to implement compliance-based ethics programs. Designed by corporate counsel, the goal of these programs is to prevent, detect, and punish legal violations. But organization- 17 Paines Feststellung, wird als zentraler Argumentationspunkt in der Ergebnisdiskussion erneut aufgegriffen. (s. „Ad E“ in Kap. 5.2, S. 167)

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