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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

19 Der besondere Mehrwert des Drei-Ebenen-Modells liegt laut Andreas Suchanek (2014, S. 25) in der Ableitung zweier zentraler Fragestellungen, die nicht unab- hängig voneinander beantwortet werden können: „Welches Spiel wollen wir spielen?“, aber auch „Welches Spiel wird tatsächlich gespielt?“. Oder um es sachlicher auszudrücken: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ in Verbindung mit „In welcher Gesellschaft leben wir tatsächlich?“. Erst der Einbezug der zweiten Frage lässt die Ethik alltagstauglich werden. Die grund- legende methodische Herausforderung besteht darin, beide Fragen immer wieder im Zusammenhang zu betrachten und sie nicht, wie es im Alltag nur allzu oft ge- schieht, getrennt voneinander zu diskutieren.“ In Verbindung mit dem hier untersuchten Forschungsgegenstand des LvHW, kann dieses im Drei-Ebenen-Modell auf der Ebene des Spielverständnisses angesiedelt werden. In einem Diskussionspapier der Initiatoren des LvHW (Suchanek & Broock, 2011, S. 3) wird dies durch folgenden Standpunkt deutlich: „Das Leitbild dient nicht primär dazu, konkrete Regeln aufzustellen, sondern soll eine Haltung deutlich machen, die Vertrauenswürdigkeit vermittelt. Damit diese Haltung von den Menschen als glaubwürdig erachtet wird, muss sie sich im Han- deln der Entscheider und ihrer Unternehmen widerspiegeln; Worte und Taten müssen hinreichend übereinstimmen, als „konsistent“ wahrgenommen werden. Gelingt es den Unternehmensführern hingegen nicht, das mit dem Leitbild abge- gebene Versprechen durch geeignete Taten einzulösen, wird das Vertrauen umso stärker abnehmen.“ Die Aussage verdeutlicht ein zentrales Gütekriterium innerhalb des Drei-Ebenen- Modells. Nur wenn Spielverständnis, Spielregeln und Spielzüge von den Akteuren im Unternehmen als konsistent wahrgenommen werden, kann Vertrauen entste- hen und wachsen. Übertragen auf die Initiative LvHW bedeutet dies, dass die be- teiligten Unternehmen anstreben sollten, ihr gemeinsam verabschiedetes Grund-

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