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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

197 Abschließend seien zwei praxisnahe Impulse für Führungskräfte abgeleitet, die in einer wirtschaftsethischen Dilemma-Situation Entscheidungen treffen müssen: Impuls 1: Interpretation der Konfliktsituation In den fast einstündigen Gesprächen mit 20 Führungskräften wurde deutlich, dass die persönliche Interpretation eines Konfliktes große Tendenzen hinsichtlich der Haltung „Ein Konflikt ist per se eine Gefahr!“ aufweist. Interessant erscheint hier der Gedanke, diese Wahrnehmung um einen weiteren Aspekt zu ergänzen, denn jeder Konflikt birgt auch die Chance auf eine sinnvolle Veränderung und somit auf ein Potential eine Situation (langfristig) zu optimie- ren.48 Aus diesem Blickwinkel heraus, kann sich eine veränderte innere Haltung und somit eine konstruktivere Herangehensweise entwickeln, die davon getragen sein kann den Konflikt als potentiellen Wegweiser für neuartige Lösungsansätze anzu- sehen. Impuls 2: Umgang mit empirischen Bedingungen Die Probanden waren sehr gut in der Lage die empirischen Bedingungen, also die Konditionen die ihr Handeln beeinflussen, zu erkennen und zu benennen. Häufig entstand jedoch eine gewisse Ohnmacht verbunden mit einer subjektiv empfundenen Handlungsunfähigkeit in Anbetracht dieser internen und externen Zwänge. Hier könnte der Ansatz einer vertieften Analyse und Selektion empiri- scher Bedingungen dabei unterstützen, die Handlungsfreiheit zu bewahren, indem die Führungskraft auswählt, welche der in einer Situation gegebenen empirischen Bedingungen unmittelbar beeinflussbar ist und welche nicht oder weniger. In der Bewältigung der Situation führte dieser Ansatz dazu, dass die Führungskraft sich primär auf die von ihr beeinflussbaren Aspekte konzentriert und folglich die Chan- cen einer erfolgreichen Situationsbewältigung erhöht würden. 48 Josef W. Seifert (2009, S. 19) notiert diesbezüglich: „In China setzt sich der Begriff Konflikt aus dem Zeichen für „mögliche positive Veränderung“ und „mögliche Gefahr“ zusammen. Dementsprechend kann ein Konflikt sowohl als fortschrittshemmende Störung wie auch als unabdingbarer Motor und Stimulus sozialen Wandels gesehen werden. (...) Jede Krise beinhaltet Chancen, viele oder wenige, das ist ganz unterschiedlich - nie aber keine!“

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