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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

196 schen proklamierten und gelebten Werten zu thematisieren, wäre dies eine berei- chernde Investition in Vertrauen und Verlässlichkeit in der gelebten Unterneh- menskultur. Die Art und Weise wie diesem Anspruch Genüge getan werden soll ist entschei- dend für die Erfolgswahrscheinlichkeit, da es sich bei der Verankerung von Werten auf Ebene 1 um eine äußerst sensible sowie anspruchsvolle und energieintensive Investition handelt. Der Versuch Führungskräfte zur Integration dieser (neuen) Werte auf ihrer persönlichen Ebene 1 zu zwingen muss scheitern, da die Veranke- rung der Werte dann nicht intrinsisch motiviert, d.h. nicht aus innerer Überzeugung heraus erfolgt. Der Effekt wäre die Ausprägung eines neuen Typus 4, der sich durch folgende Wahrnehmung seitens der Führungskraft kennzeichnet: Ich als Führungskraft registriere die Existenz des LvHW, interpretiere es jedoch als lästige Restriktion und Beschneidung meines persönlichen Handlungsfrei- raumes, da ich eine Sanktionierung befürchte, wenn ich in meinem Führungsver- halten die darin proklamierte Geisteshaltung vermissen lasse. Übertragen auf die Anforderungen an eine praxistaugliche Wirtschaftsethik braucht es ein zweistufiges Entwicklungsverfahren moralischen Urteilsvermögens. Zunächst muss die Führungskraft die Möglichkeit erhalten, überhaupt eine Rele- vanz in einer übergeordneten „Verfassung“ wie dem LvHW zu erkennen und in einem zweiten Schritt braucht es überzeugende Schlüsselerlebnisse, z.B. in Form von Erfahrungsberichten anderer Führungskräfte über den Umgang mit Dilemma- Situationen, um es zu ermöglichen, die im LvHW transportierte Geisteshaltung fest in meine persönlichen Werte (und somit auf Ebene 1) zu integrieren. Dieses Ent- wicklungsverfahren ist ebenfalls eine Investition in Vertrauen in die gelebte Unter- nehmenskultur und somit in die Bedingungen der Zusammenarbeit im Unterneh- men.47 47 Siehe hierzu im Besonderen die Ausführungen von Andreas Suchanek (2014, S. 179) zur Goldenen Regel: „Investiere in die Bedingungen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil!“

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