Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

191 wird. Wenn die Mitarbeiter weder mit dem Sinn solcher Leitbilder, noch mit ihren Implikationen in konkreten Situationen hinreichend vertraut gemacht werden, sind Leitbilder wenig wirksam und können u.U. sogar negativ wirken.“ (S. 140) Die Ergebnisse der hier dokumentierten Untersuchung bieten zunächst wenig An- lass zu der Vermutung, dass sich die Wirkung des LvHW in negativer Tendenz in den Leitbild-Unternehmen ausprägen könnte. Zwar wird seitens der Führungskräf- te teilweise die Quantität an vorhandenen internen und externen Leitbildern und verhaltensregulierenden Dokumenten beklagt, jedoch erschließt sich der überge- ordnete Sinn des LvHW größtenteils recht intuitiv und findet breite Zustimmung. Kritischer hingegen sehen die Führungskräfte die Chancen der tatsächlichen Operationalisierung der proklamierten Haltungen, sie seien zu abstrakt. Nur weni- ge Führungskräfte erkennen das Alleinstellungsmerkmal des LvHW – die sechs Konfliktfelder. Einige Befragte äußern auch Skepsis bzgl. der Glaubwürdigkeit des Engagements einiger Unterzeichner (s. E3 in Kap. 4.1, S. 67). Insbesondere die beiden letztgenannten Aspekte können potentiell dazu führen, dass das Vertrauen in die gesamte Initiative LvHW unterminiert wird – dies mag eine der von Andreas Suchanek erläuterten potentiellen Negativauswirkungen darstellen. Um dem entgegen zu wirken, ist den Leitbild-Unternehmen einerseits zu empfeh- len, ihre Führungskräfte mittels der internen Unternehmenskommunikation stärker mit den konkreten Aktivitäten der Initiative LvHW vertraut zu machen und sie an- dererseits enger in die stattfindenden Dialogveranstaltungen einzubinden, um den ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, sich in der persönlichen Begegnung über wirt- schaftsethische Themen auszutauschen und einen konkreten Eindruck davon zu gewinnen, wie die im LvHW „abstrakt“ klingenden Haltungsgrundsätze konkret auf Praxisbeispiele angewendet werden können. Der Transfer der im LvHW geschil- derten Zusammenhänge in die berufliche Realität der Führungskräfte kann in ein verbessertes Verständnis über Sinnzusammenhänge der Makro- und Mikroebene des Wirtschaftens münden und letztlich zu reflektierterem wirtschaftsethischem Entscheidungsverhalten führen.

Seitenübersicht