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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

10 Das LvHW ist letztlich ein Produkt der Ökonomischen Ethik, basierend auf der Homannschen Lehre. 2.2 Ökonomische Ethik Das Kernprinzip der Ökonomischen Ethik nach Andreas Suchanek (2014) lautet „Investiere in die Bedingungen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit zum ge- genseitigen Vorteil.“ Diese Formel wird auch als „Goldene Regel“5 bezeichnet und soll als handlungsleitend für den Versuch gelten, eine Antwort auf die ethische Schlüsselfrage „Was soll ich tun?“ zu generieren. Das LvHW ist als praxisbezo- gendes Produkt aus dem intensiven Dialog mit Unternehmern aus der deutschen Wirtschaft zu den Theorien der Ökonomischen Ethik hervorgegangen. Die Komplexität und inhärente Logik der Goldenen Regel offenbaren sich nicht unmittelbar und bedürfen daher eingehender Erläuterungen. Sie basiert auf einer regulativen Idee der Ökonomischen Ethik, welche „(...) die dauerhaft gelingende gesellschaftliche Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vor- teil“ (ebd., S. 42) beinhaltet. 2.2.1 Der Praktische Syllogismus Die übergeordnete Fragestellung "Was soll ich tun?", erweitert um zwei vorgela- gerte Fragestellungen, bildet einen Dreiklang der das Fundament in der Konzepti- on der Ökonomischen Ethik darstellt. Dieses Schema verdichtet sich zum sog. Praktischen Syllogismus6 (Abb. 1). Die Frage "Was soll ich tun?" ist somit nur unter der Bedingung beantwortbar, dass zuvor eingehende Überlegungen zu den Fragen "Was ist wirklich wichtig?" 5 Diese Regel findet sich in mannigfacher Abwandlung in unterschiedlichsten Bereichen, so z.B. in der Religion oder der Philosophie. Im Kern besagt sie analog eines alten deutschen Sprichwortes: „Was Du nicht willst, dass man Dir tut, dass tue auch niemand anderem an.“ 6 Dieses Argumentationsmuster geht auf Aristoteles zurück und basiert auf dem Prinzip der Zweckrationalität. Demnach handelt eine rationale Person zielstrebig und nutzt dabei das ihr zur Verfügung stehende Wissen über geeignete Mittel um das von ihr angestrebte Ziel zu erreichen (Tetens, 2010, S. 138).

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