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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

185 aktuellen Konfliktthemen. Denn die Führungskräfte reagieren auch direkt auf Kritik an Managern, die ihrer Vorbildrolle und Verantwortung nicht gerecht werden. (...) Wie diese Forderung umgesetzt werden soll, skizzieren die Manager nicht ganz so konkret, wie es sich mancher erhofft hätte. (...) Doch es geht bei der Aktion auch nicht um neue rechtliche Rahmenbedingungen, sondern eben um unverbindliche Leitlinien. Die klingen zumindest gut (...). Trotz aller Unverbindlichkeit wollen sich die Firmen laut Strube bei der Einhaltung der Leitlinien „von der Öffentlichkeit und den Medien“ messen lassen. Damit ist der Druck, den sich die Wirtschaftseliten selbst auferlegen, groß – und offenbar notwendig.“ Der Journalist Thomas Hanke (2010) schreibt im Handelsblatt „Mehrere Tausend Seiten an Selbstverpflichtungen, Wertekodizes und Normen für verantwortliches Handeln haben deutsche Unternehmen bereits vollgeschrieben. Seit dem heutigen Donnerstag sind es durch das neue Leitbild noch zehn mehr (...) Im Manifest tauchen altbewährte Begriffe auf: Leistung, Verantwortung, Wett- bewerb, auch die Nachhaltigkeit gibt sich die Ehre. Neu ist, dass gesellschaftliche Streitthemen offen angesprochen werden - und noch dazu von Topmanagern per- sönlich. Der Streit um Managervergütungen etwa, Stellenabbau und das Span- nungsverhältnis von Profit und Moral. Renate Köcher, Chefin des Instituts für De- moskopie Allensbach, sagt: „Mit Spitzenmanagern assoziiert man Rücksichtslo- sigkeit und Materialismus.“ (...) Die Frage, was passiert, wenn ein übel beleumun- deter Oligarch mitmachen will oder ein Teilnehmer hartnäckig gegen die Prinzipien verstößt, wurde ausweichend beantwortet: Man werde schon darauf achten, wer sich da anschließen wolle. Rauswerfen könne man niemanden, aber bei schweren Verstößen werde man sich distanzieren - wobei „man“ ein informelles Steuerungs- komitee sein soll.“ Die zwei beispielhaften Artikel reflektieren eine Haltung des Mistrauens gegenüber den Akteuren in der Wirtschaft sowie deren Initiative und bestätigen somit exakt jene gesellschaftliche Grundhaltung, auf die das LvHW proaktiv reagieren will. Beide Journalisten mahnen die Unverbindlichkeit des LvHW an und es wird zu- gleich deutlich, dass hier – um auf die Systematik des Praktischen Syllogismus zu

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