Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

183 jeder. Hält er nämlich den Spiegel vor oder hält er ihn nicht vor. Oder sagt er ein- fach „Okay, ich gehe und sage gar nichts zu dem Thema.“ (...) Und das wieder- strebt mir wiederum weil ich jetzt sage „Nee, ich obligiere mich zu nichts, was ich nicht halten kann.“ Also das ist schon mit den Kollegen abgeklärt. Weil wie ge- sagt im ersten Moment fängt man an, an sich selber zu zweifeln.“ Die Übertragung der Handlungsstrategie „Anpassen“ auf das Schema des Prakti- schen Syllogismus ergibt folgendes Bild (Tab. 20): Tab. 20: Handlungsstrategie „Anpassen“ im Schema des Praktischen Syllogismus Ebene1 Was ist wirklich wichtig?  Moralische Ideale - Zielvorgaben der oberen und obersten Führungs- ebenen sind einzuhalten Ebene2 Was hindert mich daran entsprechend zu handeln?  Empirische Bedingungen - unrealistische i.S.v. praktisch nicht erreichbare Ziele können nicht operationalisiert werden - dem Team können diese Ziele nicht glaubhaft ver- mittelt werden - gleichzeitig: Angst vor der Ablehnung der Zielset- zung, da Nachteile in der beruflichen Karriere drohen - das Verhalten der Kollegen: akzeptieren sie die ho- hen Ziele, erhöht sich der Druck weiter Ebene3 Was soll ich tun?  Bewertungen / Erwartungen Anspruch des Probanden: - realistische Zielsetzung mit den Verantwortlichen der übergeordneten Ebenen aushandeln, auch in Ver- antwortung dem eigenen Team gegenüber. - keine Einbußen bzgl. der persönlichen Karriere in Kauf nehmen müssen Die vier dargestellten Handlungsstrategien zeigen beispielhaft, dass die agieren- den Führungskräfte in der Bewältigung einer Dilemma-Situation häufig bewusst oder unbewusst Methoden des Konfliktmanagements44 anwenden. In dem Ver- such das Spannungsfeld zwischen (1) und (2) zu überwinden, schmieden sie in- terne Allianzen, klären auf, nutzen externe Multiplikatoren oder suchen nach Kom- promissen. Dabei werden sie häufig von ihren Kollegen und manchmal von ihren Vorgesetzen unterstützt, jedoch immer von ihren inneren Werten und Idealen ge- 44 Konfliktmanagement wird definiert als „Feststellung, Steuerung und Regelung von Konflikten durch spezifische Handhabungsformen, etwa Verhandlung, Vermittlung, Schlichtung einschließlich Zwangsschlichtung“ (Gabler, 2015c)

Seitenübersicht