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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

182 Der innere Zwiespalt zwischen einerseits notwendiger Ablehnung der Zielvorgabe und andererseits der Inkaufnahme persönlicher Nachteile wird in folgender Aus- sage sehr deutlich. Es zeigt sich zudem, dass die Führungskraft den Anspruch an sich selbst hat, dem eigenen Team keine unrealistischen Ziele vor- bzw. weiterzu- geben. IP19: „Ich bin durchaus bereit, sportliche, ehrgeizige Ziele zu proklamieren und [zu] sagen „Jawohl, das schreiben wir uns nächstes Jahr auf die Fahne. Müssen wir alle wirklich einen Schritt mehr machen. Und das erfordert Einsatz von allen.“ Aber zu was mich obligieren, [was] überhaupt nicht möglich ist, das mache ich nicht. Und dann aber wie gesagt kommen Sie irgendwo in dieses Dilemma schon rein, „Ah, mit dem kann man solche Ziele nie erreichen. Weil der ist ja gar nicht bereit, sowas überhaupt anzunehmen.“ Und das finde ich schon ein Dilemma.“ Die Sanktionsbefürchtungen des Probanden beziehen sich auf potentielle Blocka- den hinsichtlich seiner persönlichen Weiterentwicklung im Unternehmen. IP19: „(...) sowas merkt man ja erst über die Jahre. Nämlich wie reagiert er beim nächsten Mal, wenn solche Dinge wiederkommen. Wie geht es bei der nächs- ten(...) Beförderung, (...) wird man da berücksichtigt? Oder ist man ab dem Mo- ment auf dem Abstellgleis? Solche Dinge wären jetzt reine Mutmaßungen. Und ich denke, das kann man zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch nicht bewerten.“ Der Proband berät sich mit seinen Kollegen und sie versuchen in einer Art Koope- rationsverbund gegen die unrealistische Zielsetzung vorzugehen. Unklar bleibt jedoch, wie viele der Kollegen den gemeinsamen Kurs uneingeschränkt unterstüt- zen. Es besteht aus Sicht des Probanden das Risiko, dass Einige dem Druck der Vorgesetzten nachgeben und versuchen könnten die unrealistischen Ziele doch irgendwie zu erreichen. IP09: „Also da bin ich nicht alleine mit meiner Einschätzung. (...) Gravierend ist, wenn nur ich den Eindruck habe und neun meiner anderen Kollegen haben das nicht. Aber ich würde das jetzt eher anders herum sagen. (...) Und das beruhigt mich schon wieder, weil ich nicht alleine bin. Die Frage ist immer nur, wie reagiert

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