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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

178 IP02: „Da haben wir zwischendurch mit allen Juristen bis oben (...) gestritten, mehr als einmal. Findet das jeder gut, wie wir das gemacht haben? Nee. Im [Name des Mutterkonzerns] sicherlich nicht, (...) [aufgrund des] Culture-Clash, der da war (...) ich komme aus einer Welt, wo wir (...) den Anspruch [hatten], mit unseren Spezialprodukten und den Wissenschaftlern draußen eng zu kommuni- zieren, (...) Waren ja mit [Fachärzten] auch gewöhnt das voranzutreiben. In dem [Name des Mutterkonzerns] war die erste (...) Konzerndevise (...), „Nichts an die Öffentlichkeit. Am besten nichts sagen.“ Und ich habe nur gesagt, „(...) da drau- ßen stehen zwanzig [Fachärzte], die mich anrufen, die kennen mich und die wol- len wissen, was wir WISSEN. So, und ich bin nicht bereit, nichts zu sagen.“ (...) Und dann macht man das so, und das war also der Culture-Clash. Da (...) gab es ganz klare Prinzipien und da interessiert dann auch tatsächlich nicht so sehr, was der Konzern als Verhaltensmuster hat. Verantwortliches Handeln bei uns heißt, wir müssen kundtun, was wir wissen. Und wenn wir nicht alles wissen, dann ist da draußen eine Öffentlichkeit, die damit durchaus umgehen kann. (...) Das war dann so der Wertekatalog, da musste man langsam lernen. Inzwischen ist das ganz toll. Inzwischen [agiert] der ganze (...) Konzern nach der Devise, wir müss- ten immer nach außen kundtun, was wir sagen.“ Auf die Nachfrage bzgl. der Motivation für dieses Verhalten antwortet der Proband, es sei primär auf den Einfluss der Werte des „Heimatunternehmens“ zurückzufüh- ren, die sich im aktuellen Arbeitsbereich nach wie vor stark widerspiegeln. IP02: „Also in erster Linie waren es tatsächlich (...) die Werte, mit denen ich groß geworden bin, (...). Das waren meine persönlichen aber auch die der Organisati- on hier um mich herum, dass wir gesagt haben, das ist nun einmal das, wodurch wir uns unterscheiden von vielen anderen in dem Bereich. (...)“ Unterstützend erlebte die Führungskraft das agieren der internen fachlichen Community, die unnachgiebig immer wieder auf die Brisanz hinwies. Letztlich vermutet der Proband, ist dieses Verhalten seitens der Konzernleitung erwünscht. IP02: „Es half aber natürlich, dass jeder, der in der [Teilgebiet der Medizin] tätig war, egal ob das Forschung, Entwicklung oder Marketing war, ein Grundver-

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