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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

177 Und da war dann meine Erfahrung, (...) wenn sie dann zu einer Schlussfolgerung gekommen sind, die auf ein paar Daten und Fakten beruht, und man die dann auch erklären kann und untermauern kann und immer wieder überprüfen kann und immer wieder untermauern kann, dann haben sie in so einem Unternehmen, was dann am Ende halt dann doch durch bestimmte Grundprinzipien geprägt ist, ein leichtes Spiel. Also da merkt man dann schon, dass man einen Wertekatalog hat, wo man die größere Welt abholen kann.“ Als Fazit beschreibt der Proband, dass es nach drei Jahren gelang mittels großer gemeinsamer Anstrengungen die Problematik aufzulösen und aufgrund des aktiv transparenten Agierens zugleich keinen Reputationsschaden in der Branche zu erleiden. IP02: „Und so schwer es war und so viel Geld uns das Ganze auch gekostet hat, wir haben es vom Tisch. Wir haben einen relativ soliden Stand in der wissen- schaftlichen Welt dadurch, Glaubwürdigkeit aufrechterhalten. (...) Und mir per- sönlich hat das damals sehr geholfen, weil es ein Thema war, wo plötzlich alle Welt aufschrie, und wenn man das dann sauber durchspielt und nach drei Jahren wieder von Tisch hat, dann wird es durchaus auch positiv angenommen.“ Den Weg dorthin reflektiert die Führungskraft rückblickend als steinig, insbesonde- re aufgrund der Tatsache, dass bedingt durch eine kurzfristig zuvor erfolgte Über- nahme des Unternehmens, in dem der Proband beschäftigt war, zwei unterschied- liche unternehmenskulturelle Auffassungen über den Umgang mit der Krisennach- richt existierten. Das eingegliederte Unternehmen agierte aus seiner Historie her- aus pro aktiv in effizienten externen Multiplikatoren-Netzwerken. Der Mutterkon- zern hingegen präferierte eine Kommunikationsstrategie der Verschwiegenheit. In diesem Spannungsfeld muss die Führungskraft nach ihrem persönlichen Ermes- sen agieren und entscheidet, sich gegen die Strategie des Mutterkonzerns zu stel- len, indem sie sich auf die Grundhaltung ihrer unternehmenskulturellen Wurzeln beruft. Da diese Strategie sich als erfolgreich herausstellte, wurde sie vom Mutter- konzern adaptiert.

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