Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

172 Handlungsstrategie 2: „Aufklären“ (Themenbereich d) Der Proband schildert einen Fall, in dem eine zentrale Richtlinie mit weltweiter Gültigkeit, dezentral unterschiedlich ausgelegt wird von Abteilungen, zwischen denen Spannungen in der Zusammenarbeit existieren. Konkret geht es um KPI43 zur Bewertung von Beanstandungen, deren unterschiedliche Interpretation mone- täre Konsequenzen nach sich zieht. Der Proband bemerkt, dass es abweichende Auslegungen dieser Richtlinie gibt und initiiert einen Klärungsprozess. IP12: „[wir] (...) haben sozusagen eine unterschiedliche Auffassung dieser Zent- ralanweisung gehabt. (...). Und das haben wir dann geklärt, das hatte ich dann in die Hand genommen, weil ich gesagt habe, also da ist Unmut, gerade weil man sich nicht versteht, jetzt klären wir das mal, gehen an den heran, der das ausge- stellt hat, wie man das in diesen speziellen Fällen interpretieren muss (...).“ Dabei stellt sich heraus, dass eine prinzipielle Fehlinterpretation der Richtlinie (beider Abteilungen) vorliegt und folglich falsche Bewertungen vorgenommen wur- den. Dies führt in letzter Konsequenz dazu, dass die Zielerreichung nicht mehr gewährleistet ist und somit perspektivische Bonuszahlungen nicht ausgeschüttet werden können. IP12: „(...) war dann aber klar, dass wir in unserem Bereich [Name des überge- ordneten Bereiches] hier INSGESAMT falsch unterwegs waren, also hier EINIGE Falschbewertungen vorgenommen haben und das für UNS (...) einen Einfluss auf unsere Zielerreichung haben wird, nämlich, dass wir unsere Ziele nicht errei- chen können und damit unsere erfolgsabhängige Vergütung flöten geht.“ Der Proband stößt bei seinen Analysen auf eine unintendierte Kettenreaktion an deren Ende eine fragliche Prognose hinsichtlich einer realistischen prospektiven Zielerreichung steht. 43 Key Performance Indicators (KPI) sind definiert als „Kennzahlen (…), die sich auf den Erfolg, die Leistung oder Auslastung des Betriebs, seiner einzelnen organisatorischen Einheiten oder einer Maschine beziehen.“ (Gabler, 2015b)

Seitenübersicht