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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

167 Die Studienergebnisse verdeutlichen weiterhin, dass das übergeordnete Spielver- ständnis in Form des LvHW nicht präsent (da nicht bekannt) ist, wenn es gilt, ei- gene Handlungen in einer konkreten Dilemma-Situation abzuwägen. Zu der grundsätzlichen Annahme, dass das Leben von Regelwerken explizite Ak- zeptanz derer voraussetzt für die es geschrieben ist, äußert sich Martin von Broock (2012) in seiner Arbeit über das gemeinsame Spielverständnis wie folgt: „Grundsätzlich gilt: Die Vorteile von Regeln müssen von den unter ihnen lebenden Menschen nachvollzogen werden können. Über die Vorteilhaftigkeit von Regeln entscheiden keine abstrakten Erfolgsparameter, sondern nur die Menschen selbst. Im Sinne der Stabilität gilt es somit, deren subjektive Erwartungen mit den realisti- schen Potenzialen eines Ordnungsrahmens weitgehend zu synchronisieren. Voraussetzung hierfür ist ein hinreichender Konsens über Möglichkeiten, Funkti- onsmechanismen und Grenzen eines Regelarrangements.“ (S. 9) Die hier geforderte Synchronisierung in Form eines beidseitig transparenten Er- wartungsmanagements ist im Falle des LvHW nicht (sehr weit) über den Kreis der Unternehmensrepräsentanten innerhalb der Leitbild-Initiative hinaus gekommen. Die Hintergründe und Sinnzusammenhänge des LvHW erschließen sich somit ei- nem exklusiven Kreis von Menschen in deren jeweiligen Unternehmen. Dies er- schwert die oben geforderte Synchronität. Aus diesem Grund sind die Probanden nicht in der Lage das LvHW als vorteilhaf- tes Regelwerk zu akzeptieren bzw. sich seiner Sinnhaftigkeit zu erschließen und ihr Handeln entsprechend daran auszurichten. Folglich ist es sehr herausfordernd, dass sich die Mitglieder der Leitbild-Initiative an der Operationalisierung der im LvHW festgeschriebenen Grundhaltungen messen lassen wollen. Unter den aktu- ellen Gegebenheiten kann darin eher eine Absichtserklärung und weniger eine vollständige, gelungene Selbstbindung gesehen werden. Letztere entstünde unter der Voraussetzung, dass Investitionen in folgende Bereiche getätigt werden (vgl. Suchanek (2014, S. 54 f.): - Intention der Selbstbindung - unterstützende Bedingungen

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