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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

164 H3 wurde nicht unmittelbar durch eine oder mehrere Fragen im Interview opera- tionalisiert, sie lässt sich ausschließlich durch die Interpretation von Sinnzusam- menhängen im Antwortverhalten erschließen. Im Antwortverhalten der Probanden zeigt sich, dass keinerlei Rückbezug der zum Teil sehr ausführlich geschilderten Hemmnisse in der Bewältigung von Dilemma- Situationen, auf die zuvor eingehend reflektierten Inhalte und Konfliktfelder des LvHW erfolgt. Diese Beobachtung legt die Vermutung nahe, dass die Führungs- kräfte nur bedingt in der Lage sind, die von ihnen auf Spielzug-Ebene erlebten Dilemma-Situationen mit den wirtschaftsethisch übergeordneten Ebenen der Spielregeln und des Spielverständnisses in einen Zusammenhang zu bringen. Folglich scheint die Wahrnehmung einer Verknüpfung zwischen den Herausforde- rungen im konkret erleb- und gestaltbaren Führungsverhalten mit den im LvHW formulierten Grundsätzen sehr gering bis gar nicht ausgeprägt zu sein und folglich in der unmittelbar praktischen Anwendung nicht als hilfreiche Referenz bzw. Ar- gumentationsbasis empfunden zu werden. Interessanterweise wird der Bezug zum eigenen, internen Unternehmensleitbild als Referenzrahmen ebenfalls nur von einer sehr geringen Anzahl an Probanden (N=3) hergestellt. H4: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Typus nicht erkannter relevanter Inkonsistenzen im Führungsverhalten und dem Delta zwischen proklamierter und gelebter Unternehmenskultur. Die Hypothese H4 kann anhand der vorliegenden Untersuchungsergebnisse als verifiziert betrachtet werden. H4 wird durch die Interpretation von Sinnzusammenhängen im Antwortverhalten der Probanden auf die Fragen C3 und D2 erschlossen. Wie bereits unter Abschnitt 5.2, „Ad F“, S. 160 erläutert, zeigt sich eine Parallelität in den Ursachen für das Delta zwischen proklamierter und gelebter Unternehmenskultur (anhand des Wer- te-Deltas) und den Hemmnissen, die die Probanden im Meistern einer Dilemma- Situation erleben. Die in beiden Zusammenhängen erläuterten Faktoren lassen sich gegenüberstellen und einander sinnvoll identischen Inhaltskategorien zuord- nen. Folglich kann vermutet werden, dass jene Faktoren, die ursächlich das Wer-

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