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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

161 lich-fairem unternehmerischem Handeln. Wieder andere sind im weitesten Sinne im Bereich von Regelwerk vs. unternehmerischem Handlungsfreiraum zu verorten. Darüber hinaus werden Fälle geschildert in denen unterschiedliche Auslegungen von Regelwerken in einer Dilemma-Situation münden, hier werden insbesondere Beispiele im Spannungsfeld von globalen vs. lokalen Unternehmensaktivitäten geschildert. Die Führungskräfte sehen sich demnach einem breiten Spektrum von äußerst herausfordernden Entscheidungssituationen gegenüber. Teilweise müssen die Entscheidungen zusätzlich unter hohem Zeitdruck gefällt werden. Gefragt nach den Unterstützungsmechanismen in diesen Dilemma-Situationen, berichten die Führungskräfte primär von Hilfestellungen aus dem kollegialen Netzwerk (auch seitens der eigenen Führungskraft), welches für die Mehrheit der Befragten die primäre Kraftquelle bildet um eine Dilemma-Situation meistern zu können. Eine etablierte und belastbare Vertrauensbasis bildet dafür die Voraus- setzung. Zusätzlich werden klare Regelungen und Strukturen zur Entscheidungs- begründung als hilfreich empfunden, sie bilden eine belastbare Argumentations- basis für die handelnde Führungskraft, die sich auch auf die internen Leitbilder und deren Substitute beziehen kann. Darüber hinaus werden, ähnlich den unternehmensinternen Reaktionsmechanis- men auf Werteverstöße (s.o.), Instrumente des Personalmanagements (Work- shops, Coachings etc.) als unterstützend erlebt. Diese können jedoch nur greifen, wenn die vorliegende Dilemma-Situation keine Ad-hoc-Entscheidung verlangt. Zur vertiefenden Interpretation werden an dieser Stelle erneut die erschwerenden Faktoren für das professionelle Agieren in der Bewältigung einer Dilemma- Situation rekapituliert (s. E13, S. 120): 1. „We kill the messenger“-Syndrom in der gelebten Unternehmenskultur 2. Spannungsfeld Vorgaben vs. individuelles Maß ihrer Auslegung 3. „Kleinkriege“ auf oberer Führungsebene 4. mangelnde Kritikfähigkeit der übergeordneten Führungsebenen

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