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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

151 müssen, ist das Augenmerk in Unternehmen A aufgrund der Sensibilität der bran- chenspezifischen Anforderungen der Pharmaindustrie vergleichsweise stark aus- gerichtet. Die Omnipräsenz der Compliance-Thematik in Verbindung mit den verpflichtenden Trainings und klaren sowie gefürchteten Sanktionsmechanismen erschwert den Umgang mit "weicheren Themen" wie Werten oder Haltungen. Diese Erkenntnisse werfen folgende Frage auf: Worin genau besteht die Notwendigkeit diese unüberschaubare Menge an Einzel- dokumenten zu erstellen und zu kommunizieren? Es ist zu vermuten, dass die Unternehmen sich gegenüber Vertragspartnern oder anderen internen und externen Playern absichern müssen. Die Erstellung und Weiterleitung (per E-Mail) oder Bereitstellung von relevanten Dokumenten zur Verhaltenssteuerung (z.B. via Intranet) entlastet das Unternehmen im Hinblick auf seine Informationspflicht und löst gleichzeitig zwei Erfordernisse bei den adressier- ten Führungskräften aus: a) Holschuld der Informationen b) individuelle Sichtung und Priorisierung der Dokumente nach Relevanz. Der Schritt b) erfolgt in Eigenleistung und die gewonnene Essenz an Erkenntnis- sen nach dem Verdichtungsprozess bleibt dem Unternehmen verborgen, d.h. wel- che Handlungsleitlinien die Führungskraft für ihr eigenes Agieren letztlich tatsäch- lich zugrunde legt und der Prozess den sie durchläuft, um zu dieser Selektions- entscheidung zu gelangen, ist nicht nur höchst individuell, sondern schlicht unbe- kannt. Ergo: Die Unternehmen haben letztlich keine Transparenz darüber, nach welchen Handlungsmaximen ihre Führungskräfte tatsächlich handeln. Daraus lässt sich ableiten, dass das Unternehmen einerseits darauf vertrauen muss, dass die in seinem Namen agierenden Führungskräfte verantwortlich, im

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