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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

5 listisch umsetzbar? Ist dies überhaupt möglich bzw. wünschens- oder erstrebens- wert? Aus Sicht der Unternehmen besteht die Problematik der Operationalisierung des LvHW aus zwei Perspektiven, der Außen- und der Innensicht. Während ein Groß- teil der Unternehmen große Investitionen in eine professionelle Außendarstellung und ein entsprechendes Reputationsmanagement tätigt, sind die Strategien der internen Kommunikation häufig anders gelagert. Die Kosten eines öffentlichen Imageschadens, z.B. durch einen Skandal, sind er- heblich. Dann gilt es das verloren gegangene Vertrauen mühsam und zumeist über Jahre wieder aufzubauen. Die Kosten hinsichtlich möglicher Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der internen Kommunikation erscheinen vergleichsweise geringer, wirken jedoch stark in der Wahrnehmung von Füh- rungskräften und Mitarbeitern, deren Vertrauenserwartung hinsichtlich der Konsis- tenz von Wort und Tat nachhaltig erschüttert werden kann. Das in der Praxis beobachtbare Phänomen des Deltas zwischen Anspruch und Wirklichkeit von Unternehmensleitbildern ist omnipräsent und Kernproblem dieser wissenschaftlichen Arbeit. Es ist eine der Hauptursachen, wenn nicht die Alleinige für die Vertrauenserosion, die bereits unternehmensintern beginnt. Die Menschen erleben einen Widerspruch zwischen Worten und Taten. Die Frage nach der Ursache des Deltas lässt sich anhand des Konzeptes der re- levanten Inkonsistenzen bzw. empirischen Bedingungen wissenschaftlich argu- mentieren (vgl. Suchanek (2007), S. 43 ff.). Welchen Einfluss haben relevante In- konsistenzen3 auf das Führungsverhalten von Entscheidern, die letztlich durch ihr Agieren das o.g. Delta ausprägen? Die Herangehensweise zur Entfaltung der Problemstellung erfolgt aus unter- schiedlichen Blickwinkeln: der Theorie der Ökonomischen Ethik, der Perspektive der Leitbild-Initiative, der Unternehmensperspektive und zentral der Perspektive 3 Eine Inkonsistenz ist dann relevant, wenn sie das Vertrauen von Stakeholdern unterminiert, dass zur Aufrechterhaltung der Wertschöpfung des Unternehmens benötigt wird. Das Problem bzw. die Herausforderung in der Einstufung der Inkonsistenz als relevant liegt darin, dass das Asset des Nutzens der Inkonsistenz, d.h. die Gesamtkosten der Vermeidung einer relevanten Inkonsistenz, geringer sein muss als der Gesamtnutzen. (Sammeck, 2011)

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