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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

133 IP17 in Reaktion auf die Frage, ob es schon mal passiert sei, dass es "nicht ge- passt" hat: IP17: (überlegend) „Ähm/ (...) Eher in der Innenwirkung. Wo dann, sage ich mal, höhere Hierarchien gesagt haben, das war jetzt so nicht in Ordnung, wir hätten mehr involviert sein müssen. Das hatte aber keine Personalkonsequenzen oder sowas. (...) Ich weiß noch nicht mal, ob es irgendwo dokumentiert ist. Also, weil, auch die Personalabteilung war nicht dabei. Das ist dann eher verletzter Stolz vielleicht vom Vorgesetzten, der dann sagt, „Mensch, jetzt ist hier eine Entschei- dung getroffen worden. Vielleicht hätte ich ja doch noch was dazu sagen wollen.“ Aber da habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass das jetzt Auswirkungen hat.“ Die im Spannungsfeld C erläuterten Dilemmata beleuchten den Spagat zwischen Regelwerken und unternehmerischem Handlungsspielraum aus zwei unterschied- lichen Perspektiven. Im Fall 7 stellt der Proband die Sinnhaftigkeit von, seiner Ansicht nach, zu penibler Compliance-Richtlinien am Beispiel des gemeinsamen Abendessen mit einem Kunden in Frage. Er gibt an, sich auch darüber hinwegzusetzen und zugleich nicht befürchten zu müssen dafür Nachteile in Kauf zu nehmen, gleichwohl er nicht ga- rantieren kann, dass der Kunde ebenfalls keine Sanktionen erfährt. Dieser Fall verdeutlicht, dass sich der Nutzen dieser speziellen Vorgabe dem Probanden nicht erschließt und zugleich der Anreiz, durch ein gemeinsames Abendessen in die Festigung der Kundenbeziehung zu investieren ungleich höher ist als die durch den Regelverstoß zu befürchtenden Sanktionen. Der Fall 8 zeigt wie flexibel vertragliche Vorgaben, mögen sie auch noch so starr erscheinen, aus Sicht des Probanden interpretiert und gehandhabt werden müs- sen, um im Sinne eines verantwortlich-partnerschaftlichen Handelns einem Ver- tragspartner mit regionalen Besonderheiten zu ermöglichen, eine Kooperation ein- zugehen. Die Einhaltung aller bürokratisch vorgeschriebenen Abstimmungspro- zesse im eigenen Unternehmen würde die Gefahr erhöhen, dass zu viele Ent- scheider ihre Meinung einfließen lassen und somit die Aussicht auf eine Ge- schäftsbeziehung schwindet. Handelt der Proband dann unternehmerisch und

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