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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

131 Fall 6 beschreibt eine Situation, in der durch ein starkes Signal von oberster Füh- rungsebene unlauterem betriebswirtschaftlichem Gebaren Einhalt geboten wird. Der Umgang zwischen Auftraggeber und Dienstleister unterscheidet sich im Aus- land von dem deutschen Grundverständnis über Transparenz und Fairness. Inte- ressanterweise deutet der Proband zum Ende seiner Ausführungen an, dass es zwar ein Signal seitens der obersten Geschäftsleitung im Hinblick auf das Nichtto- lerieren des auf den Dienstleister ausgeübten Drucks gab, jedoch die Konsequenz bzgl. der Anpassung der Angebote nur gering ausgefallen sei. Sehr interessant sind die Ausführungen des Probanden hinsichtlich der Anpassungen im Bereich der Jahresziele, diese wurden aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks nach oben korrigiert und sind von den Führungskräften und Mitarbeitern als nicht realistisch erreichbar eingestuft worden. Beschwerden über diesen Sachverhalt blieben er- folglos. Somit fordert das oberste Management einerseits die Einhaltung ehrbaren Verhaltens im wirtschaftlichen Handeln, zieht jedoch gleichzeitig die Zielsetzung derart an, dass der Druck auf die Führungskräfte und Mitarbeiter enorm steigt und bis hin zum Verlust der Arbeitsmotivation führt. Durch die Operationalisierung die- ser Management-Strategie besteht potentiell die Gefahr, dass verantwortliches wirtschaftliches Handeln dem Faktor Kostendruck und Zielerreichungsdruck per- spektivisch nachgeordnet werden könnte. Spannungsfeld C: „Regelwerk vs. Handlungsfreiraum“ Dilemma 7: IP09 schildert die subjektiv empfundenen Nachteile realitätsferner Regelwerke: IP09: „Also was ich zunehmend schon sehe, dass dieses Regelwerk, das wir uns aufrichten, dass das (...) Bereiche beinhaltet, die traditionell einfach zu einer gu- ten Geschäftspraxis gehört haben. Es ist zum Beispiel so, dass (...) ich mich (...) mit Kunden auch treffe, um einfach den Kontakt aufrecht zu halten und wenn man das macht und sagt, man lädt jetzt jemand ein und geht mit ihm Abendes- sen, (...) auch wenn man (...) momentan gerade keinen konkreten Anlass [hat], (...) dass aufgrund solcher riesen Werke, (...) man (...) nicht mal mehr ein Abend- essen bezahlen kann, weil sofort das Ganze unter den Verdacht der Einfluss-

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