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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

130 und die andere Kollegen auch, sogar die Personalabteilung dort hat ihn in Schutz genommen, und dann ist es komplett weggebrochen. Man hat viel genauer hin geschaut und mit den Dienstleistern gesprochen. Die haben ein bisschen die Angebote angepasst, aber nicht so stark, also der Einfluss war trotzdem wahr- scheinlich da zu spüren. Ich fand es trotzdem richtig, dieses Signal zu geben.“ IP15 in Reaktion auf die Frage nach den Faktoren, die aus Sicht des Probanden zu dieser Dilemma-Situation geführt haben: IP15: „Das war Macht. Die wollten halt dieses Monument für sich aufbauen. Macht, und auch auf der anderen Seite, möchte man (...) noch zeigen, (...) dass man Recht hatte. Also ich glaube, (...) der Wettbewerb nimmt zu, und die Wirt- schaftslage ist kompliziert in unserem Bereich, (...) deshalb ist schon ein sehr starker Kostendruck da. Was ich allgemein richtig finde, weil man sollte schon ei- nen gewissen Druck aufbauen, aber momentan erleben wir so Extreme (...) Es geht um die Zielsetzung für nächstes Jahr (...) wo Kollegen sich vorbereitet ha- ben, und argumentieren, (...) die Erwartungen von dem oberen Management sind unrealistisch, mit klaren Punkten. Aber das obere Management hört sich das an und sagt, „Schön und gut, aber ihr kriegt trotzdem das Ziel.“ Das ist, ich habe es meinem Chef gesagt, das ist demotivierend. Ich weiß nicht, was genau dahinter steckt (...). Aber das wäre dann auch ein Beispiel in Richtung von Kostendruck.“ Die im Spannungsfeld B beschriebenen Dilemma-Situationen spiegeln zwei sehr unterschiedliche Fälle von betriebswirtschaftlichen Reaktionsmechanismen auf Wettbewerbsdruck wider. Fall 5 skizziert eine inhärente Herausforderung der Pharmaindustrie, in der die Entwicklung und Erprobung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von zum Teil le- bensrettenden Medikamenten, sich stets der Zeit als Gegenspieler stellen muss. Die Notwendigkeit in diesen Situationen fachgerechte und zugleich zeitgerechte Entscheidungen zu treffen geht mit einer großen Verantwortung für die Führungs- kräfte einher. Die sozialen und betriebswirtschaftlichen Kosten im Falle einer Fehlentscheidung sind immens. Folglich berichtet der Interviewpartner von der Notwendigkeit einer Strategie des permanenten Abwägens im Handeln.

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