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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

126 dagewesen, kannte meine Abteilung noch nicht (...) Und der Vorgesetzte wollte am ersten Tag (...) den Wirtschaftsplan mit mir besprechen (...). Ich kannte NICHTS, ich wusste nichts. (...) Es war sieben Stunden lang eine grenzwertige Diskussion, weil du kannst mit jemand keine Diskussion, oder einen Wirtschafts- plan machen, der keine Ahnung hat von seinem Bereich (...).Und dann war es viertel vor vier, dann hat derjenige gesagt, „Und übrigens, Sie haben zu viel Mit- arbeiter, Sie müssen einen Mitarbeiter entlassen. Gehen Sie ins Lager (...) In ei- ner Viertelstunde ist Schichtwechsel. Gehen Sie jetzt runter und entlassen einen Lagerarbeiter.“ Und dann war ich in einem Dilemma. (...) Und dann bin ich runter gegangen, habe gesagt, „Guten Tag, alle Lagerarbeiter, Lagerverantwortliche. Ich bin der Herr Soundso, ich fange jetzt heute an. Wer ist der Soundso?“ Und dann sage ich, „Guten Tag, gehen Sie bitte in die Personalabteilung.“ DAS war ein Dilemma. Ich habe dann den Lagerverwalter, und der konnte zum Glück Deutsch, dem habe ich das übersetzt (...) und bis ich dann in mein Büro, zu den anderen Abteilungen gekommen bin, wusste natürlich jeder schon Bescheid.“ IP11 in Reaktion auf die Frage, ob es zu diesem Vorfall im Nachgang ein Ge- spräch mit dem veranlassenden Vorgesetzten gab: IP11: „Das wollte er nicht. Das war ja klar, ich MUSS es machen. Ich meine, es gab keine Widerrede. (...) Ich hatte gesagt, es ist meine Aufgabe, es ist aus jetzi- ger Einschätzung das Richtige für das Unternehmen und für [Name des Kon- zerns], unabhängig davon, ob ich jetzt EINEN Tag da bin, oder ein Jahr da bin, ich hätte es tun müssen. (...) Der Mitarbeiter war auch von der Performance an- scheinend dann einer, der (...) zu den Schwächeren gehört hätte. Aber, und das war meine Erklärung dafür, das war MEINE persönliche Situation, dass ich erst einen Tag da war. Wobei ich für mich gesagt hätte, wenn ICH [Vorgesetzter] ge- wesen wäre, hätte ich das im Vorfeld geklärt, und hätte nicht den Mitarbeiter, der am ersten Tag da ist, mit [so] einer Aufgabe betraut. Es ist jemand, der eher rati- onal als emotional aufgestellt ist.“ Während in der Schilderung der Dilemma-Situation 1 das Unternehmen der Akteur ist und die Führungskraft von ihren Wahrnehmungen zu dessen Agieren berichtet,

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