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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

3 Trotz dieser Bemühungen um Transparenz ist das Ansehen von Wirtschaftsunter- nehmen in den Augen der Öffentlichkeit seit Eintreten der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 in eine tiefe Vertrauenskrise geraten. Die Unternehmen reagieren darauf, indem sie sich in Netzwerken zusammen- schließen, um sich verstärkt wirtschaftsethischen Fragestellungen zu widmen. Definieren nun mehrere Unternehmen in einem initiativen Zusammenschluss den Anspruch ein eigenes „Spielverständnis“ (vgl. Broock (2012)) als übergeordneten Orientierungspunkt für das Verhalten ihrer Manager in o.g. Dilemmata zu postulie- ren, so gewinnt die o.g. Problematik eine zusätzliche Dimension: Mittels in Unter- nehmensnetzwerken proklamierten gemeinsamen Handlungsmaximen entsteht ein öffentliches Commitment in Form von Selbstbindung (vgl. Sammeck (2011)) und zugleich ein Mehr an objektiver Überprüfbarkeit in der Einhaltung der formu- lierten Handlungsmaximen. In Reaktion auf die Kritik der Öffentlichkeit gegenüber der Wirtschaft und ihren Wirtschaftslenkern (insbesondere vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise) hat sich im Jahr 2008, initiiert durch das Witten- berg Zentrum für Globale Ethik, eine Gruppe von Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen zusammengeschlossen und im Jahr 2010 ein „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“ (LvHW) (s. Anhang I, S. 200) verab- schiedet. Der Anlass für die Initiative wird in der gesellschaftlichen Vertrauenserosion in die Wirtschaft, aber auch deren Repräsentanten gesehen. In der Präambel des Leitbildes (WZGE, 2014a, S. 1) heißt es diesbezüglich: „Bereits seit längerem zeigen Umfragen eine wachsende Unzufriedenheit mit dem Wettbewerbssystem, den Unternehmen und ihren Entscheidern. Kritisiert werden insbesondere Vorstände und Manager, die nach Meinung vieler ihrer Verantwor- tung und Vorbildrolle nicht gerecht werden. Als Initiative verschiedener Unterneh- men wollen wir diesem Vertrauensverlust entgegenwirken.“ Zur Zielsetzung der Initiative ist im Leitbild formuliert:

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