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Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

109 E10: Welche Strategien ergreift der Proband selbst? Die Leitfrage (Frage C6) im Interview lautete: „Was tun Sie als Führungskraft, wenn einer Ihrer Mitarbeiter gegen die Werte verstößt?" Das Antwortverhalten zeichnet ein äußerst individuelles Bild des jeweiligen Pro- bandenverhaltens. Es lassen sich nur wenige Gemeinsamkeiten in den Äußerun- gen feststellen. Scheinbar gibt es kein „Rezept“ für ein adäquates Führungsverhal- ten in einer solchen Situation. Neben der direkten Ansprache der Verfehlung wer- den keine darüber hinausgehenden Muster in den jeweiligen Handlungsstrategien deutlich. Es ist zu vermuten, dass es unter 20 Befragten ebenso viele individuelle Herangehensweisen im Umgang mit Werteverstößen gibt. Um dennoch eine Kategorisierung der Aussagen zu ermöglichen, werden die Be- legzitate anhand verwandter Handlungsstrategien der Probanden geordnet. Diese Handlungsstrategien sind: a) das persönliche Gespräch suchen b) den Sachverhalt an Dritte delegieren c) zur offenen Dialog-Kultur ermutigen d) auf die Compliance-Thematik verweisen e) als persönliches Vorbild wirken f) angemessene Standards etablieren zu a) Es zeigt sich im Antwortverhalten der Befragten, dass das direkte Gespräch mit dem Betroffenen als mehrheitlich präferierte Handlungsstrategie empfunden wird. Beispielhaft werden jeweils zwei Belegzitate aus Unternehmen A und B angeführt: Unternehmen A: IP05: „Ich glaube das Wichtigste ist immer erst mal das Gespräch. Und ich sage mal so, über (...) weitere Schritte möchte ich jetzt gar nicht spekulieren.“ IP09: „Wir haben hier eine Feedbackkultur, das heißt, wir sprechen diese Dinge an, (...) Das kann ja auch Situationen geben, wo Mitarbeiter einfach nicht genü- gend geschult oder trainiert sind bei bestimmten Verhaltensmaßregeln und dann

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