Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Unternehmensleitbildern als wirtschaftsethische Herausforderung

102 Compliance kam. (...) Das funktioniert, das MUSS man auch tun, denn wenn Sie nicht sanktionieren, nimmt keiner mehr den Verstoß gegen diese Werte wahr. Aber es hat eine Komponente, die potenziell dazu führt, dass Kollegen Angst be- kommen vor dem, was sie zu tun haben, weil sie nicht wissen, was passiert, wenn ich mich vertue, denn Fehler macht jeder. Und das heißt, wir haben als Un- ternehmen schon vor einiger Zeit gesagt, wir müssen AUCH den zweiten Ast der Compliance, nämlich die Prävention stark prägen und ausprägen. (...) Wir haben als Unternehmen [Jahreszahl] das erste Mal eine Compliance Charta veröffent- licht und eine Policy aufgesetzt, wo klar ist, in welchen Gebieten wir uns wie ver- halten wollen. Wir haben die dieses Jahr im Frühjahr (...) das zweite Mal grund- legend überarbeitet und zwar weniger vom materiellen Inhalt her, Korruption bleibt Korruption, aber von der Art und Weise, wie wir [Name der Abteilung] mit diesem Thema ins Unternehmen hineingehen wollen (...). Das heißt, für den Be- reich dieser Compliance ist es ganz klar: WER gegen Compliance-Vorschriften verstößt, der hat mit Sanktionen zu rechnen. ERGÄNZEND sind wir jetzt (...) stark dabei, auch präventiver zu arbeiten und nicht nur gelegentlich mal zu schu- len, sondern Compliance in den Geschäftsprozessen zu verankern.“ Hier wird durch den Präventionsansatz über jene individuellen Schulungen hinaus gedacht, welche das persönliche Handeln hin zur Vermeidung unerwünschten Verhaltens beeinflussen sollen. Es wird in Erwägung gezogen die Compliance- Thematik in die vorhandenen Strukturen zu integrieren um somit neben der Ver- haltensbeeinflussung auch die Ebene der Verhältnisse und Rahmenbedingungen kompatibel zu gestalten. „Korrektes“ Verhalten im Sinne von – an Compliance orientiert – wird größtenteils vorausgesetzt und zum Teil von den Probanden als „Anstand“, „gute Kinderstube“ oder „gesunder Menschenverstand“ bezeichnet. Zugleich wird in der Realität häu- fig Fehlverhalten festgestellt oder sanktioniert. Somit stellt sich erneut die Ur- sprungsfrage: Was hindert die Führungskräfte daran sich wirtschaftsethisch reflek- tiert bzw. kompetent zu verhalten?

Seitenübersicht