Mini-Lexikon Moderation

Im Bereich Moderation gibt es viele Begriffe, die zum Teil schwer einzuordnen sind, weil sie synonym verwandt werden, sich überschneiden oder auch schlicht falsch benutzt werden. Wir versuchen hier einige Begriffe einzuordnen. Einem leichteren Schreiben geschuldet ist im folgenden Text jeweils vom Moderator die Rede, gemeint ist natürlich immer auch die Moderatorin.

Agil Moderieren

„Agilität ist die Fähigkeit einer Organisation, flexibel, aktiv, anpassungsfähig und mit Initiative in Zeiten des Wandels und Unsicherheit zu agieren. Das Konzept stammt aus dem Bereich der Produktion und wurde von Managementgurus wie Rosabeth Moss Kanter und Tom Peters als Quelle für einen Wettbewerbsvorteil genannt. Richard Pascale hat die Idee der Agilität genauer untersucht. Für ihn liegt der Schlüssel für Agilität im Wesen der Organisation und nicht so sehr in dem, was sie tut. Agilität entstand als Reaktion auf langsame, bürokratische Organisationen, um veränderten Marktbedingungen zu begegnen. Das virtuelle Unternehmen wurde als extremes Beispiel für eine agile Organisation genannt.“ [www.onpulson.de]

Überträgt man den Begriff agil nun auf Moderation und postuliert ein „Agiles Moderieren“, so würde das bedeuten, dass es auch ein langsames, bürokratisches, nicht agiles oder „Rigides Moderieren“ geben müsste. Was aber sollte das sein? Stellt man hingegen Moderation in ein agiles Arbeitsumfeld, wie etwa das der agilen Software-Entwicklung, so könnte man von „Moderieren in agilen Organisationen“ als Pendant zu einem „Moderieren in traditionellen Organisationen“ sprechen. Da ein agiles Organisationsumfeld, stärker als traditionelle Organisationskulturen, die Fähigkeit auch Ad-hoc-Meetings zweckdienlich und zielführend moderieren zu können benötigt, wird hier flexibles, aktives, anpassungsfähiges, kurzfristiges und schnelles, sowie "prozessbegleitendes" Planen besonders wichtig. Die Betonung dieser Facette professionellen Moderations-know-hows konstituiert allerdings keinen speziellen Moderationsansatz.

Das Label "Agil Moderieren" kann daher eher als eine Zielgruppendefinition verstanden werden. Der Begriff zielt etwa auf Scrum Master, also Projektleiter in der agilen Softwareentwicklung ab. Zudem beschreibt es keine spezielle Moderationstechnik, die von der "normalen" Moderation zu differenzieren wäre. Vielmehr gilt für Moderation, was die Autoren Wouter Aghina, Aaron De Smet und Kirsten Weerda in ihrem Beitrag "Agility: It rhymes with stability" in McKinsey Quarterly für Führung allgemein beschreiben: Stabilität und Agilität sind ein Schein-Widerspruch; beides ist erforderlich.

Anschlussfähigkeit

Jedes soziale System, jede Organisation, jedes Team folgt einer eigenen inneren Logik, hat eine eigene, ganz spezifische Kultur, die beispielsweise in Aussagen, wie etwa „Wir machen das immer so, dass wir…“ oder „Bei uns ist das so, dass…“ deutlich wird. Jede Beratung/Veränderung wird als „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ und als Störung erlebt und stößt auf mehr oder weniger Widerstand. Je ähnlicher die „Beratungslogik“ der vorhandenen Unternehmenskultur oder Teamlogik ist, desto weniger wird sie als Bedrohung erlebt und desto eher kann sie akzeptiert werden. Je weniger fremd die Beratungsleistung daherkommt, desto besser passt der Schlüssel in´s Schluss, desto „anschlussfähiger“ ist sie. Eine wichtige Aufgabe in der systemischen Organisationsberatung /Businessmoderation besteht daher darin, für ein Gelingen der angestrebten Veränderung (auch) dadurch Sorge zu tragen, dass maximale Anschlussfähigkeit möglich wird.

Appreciative Inquiry 

AI ist ein Ansatz, der aus den vier Phasen "Discovery" (Erkennen und Verstehen), "Dream" (Entwerfen eines wünschenswerten Zukunftsbildes), "Design" (Ausarbeiten des gefundenen Zukunftsbildes) und "Destiny" (Planung von Umsetzungsschritten) besteht. Die Kernidee dieses Moderationsdesigns ist es, durch "wertschätzende Erkundung" die positiven Seiten und Stärken des Unternehmens / Teams herauszuarbeiten und diese dann als Basis zur Entwicklung einer Zukunftsplanung zu nutzen.


BarCamp

BarCamps werden auch als „Unkonferenz“ oder „Nicht-Konferenz“ bezeichnet. Dies soll deutlich machen, dass es kein vorab geplantes und organisiertes Programm gibt, es gibt lediglich ein Generalthema, zu dem eingeladen wird. Das BarCamp ist dem Open Space Ansatz sehr ähnlich. Im Unterschied zum Open Space Design treffen sich hier die Menschen aber nicht um nach Lösungsmöglichkeiten für ein gemeinsames Anliegen oder Problem zu suchen. Meist gehören sie nicht ein und derselben Organisation an und möchten nicht organisationale Frage- oder Problemstellungen bearbeiten, sondern sich unabhängig von ihrer Herkunft /Zugehörigkeit, "auf Augenhöhe", zum vorgegebenen Generalthema, informieren austauschen und vernetzen.

Zu Beginn des Tages steht das Programm noch nicht fest. Dieses wird durch die Teilnehmer vor Ort im Rahmen der Planung der Sessions erst verbindlich bestimmt. So hat jede/r die Möglichkeit - im Rahmen des Generalthemas - ein Thema für einen Mini-Workshop vorzuschlagen, vorzustellen und mit anderen Interessierten zu diskutieren. Was der einzelne anbietet, kann eine vorbereitete Präsentation sein, aber auch eine Frage oder These, über die er sich gerne austauschen möchten. Ebenso kann sich jede/r aktiv in anderen Sessions einbringen - oder auch abseits des Programms Gespräche führen und natürlich Kontakte knüpfen ...

Besprechungsmoderation

Der Begriff "Besprechungsmoderation" bezieht sich auf die Nutzung der klassischen Moderationstechniken für die klassische Besprechung am (runden) Tisch. Der Besprechungsleiter wird zum Businessmoderator der spezielle Medien, Grundsätze, Regeln und Tipps aus der Workshop-Moderation für die Gestaltung von Routine-Meetings nutzt. [Die 10 Gebote der Besprechungsmoderation] [Buchtipp zum Thema] [Seminartipp


Change Management

Das "Change Management" ist kein geschlossener Ansatz, sondern steht für das "Managen" eines Veränderungsprozesses, im Rahmen der Organisationsentwicklung, von der Konzeption über die Realisierung und die Mobilisierung der Mitarbeiter bis hin zur Sicherung der Nachhaltigkeit. Im Zentrum steht die Frage WIE die erforderliche Veränderung gelingen kann. Business Moderation / Facilitation ist ein zentrales Instrument des Changemanagement, da es nach dem Motto der Organisationsentwicklung "Betroffene zu Beteiligten machen!" darum geht, Gesprächsrunden zu gestalten und zu moderieren; von der Vorstandsklausur über den Workshop bis zur Mitarbeiterkonferenz. 


Co-Moderation

Co-Moderation bedeutet, dass zwei Personen eine Gruppe leiten. Vor einer Co-Moderation sollten a) die Rollen und b) die Art der Zusammenarbeit geklärt werden!

Der Co-Moderator kann etwa in den Rollen „Assistent“, „Schüler“ oder „Co-Pilot“ tätig werden. Die Art der Zusammenarbeit kann gleichberechtigt (symmetrisch) oder in einer hierarchischen / sich ergänzenden Konstellation (komplementär) gestaltet werden. Dabei sollte - auch in einer komplementären Zusammenarbeit - das Miteinander auf Augenhöhe stattfinden.

Einen Sonderfall der Co-Moderation, das Moderieren durch ein Moderatoren-Team, findet man häufig in der Großgruppenmoderation. Eine andere Spezialkonstellation der Co-Moderation ergibt sich im Zusammenwirken von IT-Expert(en) und Online-Moderator(en), beispielsweise (auch und insbesondere) im Falle einer Digitalmoderation mit (sehr) großen Gruppen.


Digitalmoderation

"Digitalmoderation" oder "Digital-Moderation" auch "Digitale Moderation" oder "E-Moderation" genannt, bezeichnet Moderation mit digitalen Medien. Dies findet zunehmend via Internetverbindung statt. Die genutzte Software ist eine webbasierte Software-as-a-Service (SaaS) -Lösung, die keinerlei Softwareinstallation erfordert. MODERATIO nutzt zur Moderation mit digitalen Medien wie Beamer, eBoard oder eScreen, die webbasierte Moderationssoftware SixSteps®. Digitale Workshop-Moderation ist etwas, was die meisten Menschen sich noch nicht wirklich vorstellen können. Ein kurzer Video-Clip ermöglicht einen ersten Eindruck, was digitale Moderation leisten kann: Moderation 4.0 auf YouTube. Die von MODERATIO priorisierte Lösung lässt sich auch zur Online-Moderation (Online Conferencing) nutzen. Dies hat den Vorteil, dass on-site begonnene Meetings on-line weitergeführt werden können und umgekehrt. 


E-Moderation

Das "E" der E-Moderation weist, in Anlehnung an E-Learning, darauf hin, dass hier mit elektronischen Medien gearbeitet wird. Das kann einerseits "Internet-Moderation" im virtuellen Moderationsraum und andererseits die Nutzung von PC-Systemen zur Gestaltung und Großgruppenmoderation von Großgruppen-Events sein. Siehe hierzu auch Stichworte "Digitalmoderation" und "Moderation 4.0"!


Facilitation

"Facilitation" ist das englische Wort für Businessmoderation. Im Englischen unterscheidet man den Bereich der Unterhaltungsmoderation von dem der journalistischen Moderation und dem der Businessmoderation. Dies wird durch die Bezeichnung des Moderators deutlich, der im Unterhaltungsbereich "Entertainer", im journalistischen Bereich "Host" und im Businessbereich "Facilitator" heißt. MODERATIO® benutzt in der deutschen Sprache den Begriff Businessmoderation (www.moderation.com / http://amzn.to/1l3m3S9) und in der englischen Sprache den Begriff Facilitation (www.facilitation.com / http://amzn.to/1nCJPmL). 

Führungsmoderation

... ist der Versuch die Begriffe Führung und Moderation zusammen zu führen um deutlich zu machen, dass die beiden Begriffe und Tätigkeiten mehr mit einender zu tun haben, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Dabei geht es vor allem um ein modernes Führungsverständnis, das sich vom Ideal des "Scientific Management" mit Befehl und Gehorsam verabschiedet und den modernen Vorstellungen von Führen und Geführt werden Rechnung trägt. Agilität, Selbstorganisation, Vernetzung, Transparenz und Eigenverantwortung sind Begriffe der "moderierten Führung". Unter dem Label „Führungskultur in einer Arbeitswelt 4.0“ werden Führungskräfte „von Befehlsgebern zu Moderatoren.“ Das Führen der Old Economy wird in der New Economy transformiert zum „Führen 4.0“. Moderation wird im Arbeiten 4.0 - einmal mehr - zu einem zentralen Führungsinstrument.


Graphic Facilitation

Graphic Facilitation ist ein Moderationsansatz, der von David Sibbet (San Francisco) entwickelt wurde. Hier wird Visualisierung, über sogenannte "Visual Guides", noch weit stärker als in der Businessmoderation ohnehin erforderlich, zur Gestaltung und Begleitung des Moderationsprozesses eingesetzt. Vorgefertigte Templates dienen als roter Faden zur Strukturierung des Meetings. Darüber hinaus steht der Begriff heute für eine spezielle Art der Dokumentation des Workshop-Prozesses und/oder der Ergebnisse. Verwandte Begriffe sind "Visual Facilitation" und "Graphic Recording". Letzteres stellt Graphic Facilitation quasi auf den Kopf. Recording dient nicht der Planung, Vorbereitung und strukturierten Leitung einer Moderation, sondern der Dokumentation dessen, was erarbeitet wird. Es geht dabei um die prozessbegleitende Erstellung eines visuellen Verlaufsprotokolls.

Großgruppenmoderation

"Großgruppenmoderation" meint, wie es der Begriff schon vermuten lässt, die Arbeit mit großen Gruppen, in aller Regel von 20+ bis mehrere Hundert Personen. Zu den bekanntesten Ansätzen gehören "Offene Runden / Open-Space" und "Konferenz des Wandels / Real Time Strategic Change (RTSC)" sowie "Future Search Konferenz / Zukunftskonferenz". Einen knapper Überblick gibt die MODERATIO NOTIZ "Die Moderation von Großgruppen". 


IAF

Die IAF ist die „International Association of Facilitators“. MODERATIO® bildet im deutschsprachigen Raum in Anlehnung an internationale Richtlinien zum MODERATIO BusinessModerator (MBM)® / MODERATIO Certified Professional Facilitator (CPF)® aus. Die IAF fördert Businessmoderation (Facilitation) u.a. durch internationalen Austausch (Networking). MODERATIO® Absolventen und Absolventinnen sind gut dafür „präpariert“, sich bei IAF zum Certified Professional Facilitator (IAF) Zertifizierungsverfahren anzumelden (ausreichende Praxiserfahrung und Referenzprojekte werden vorausgesetzt). Mehr zur IAF in Germany unter: www.iaf-germany.de


Konfliktmoderation

Konfliktmoderation steht, wie Konfliktklärung, Konfliktmediation, innerbetribeliche Mediation oder Konfliktmanagement, für "Vermittlung im Konflikt". Gemeint ist vor allem das Arbeiten mit Teams, wenn der Sand im Teamgetriebe schon unüberhörbar geworden ist. Anlass für eine Klärungshilfe im Konflikt kann auch sein, dass bereits Rivalitäten und Streit offensichtlich sind. Konfliktmoderation ist ein Moderationsansatz zur Konfliktbearbeitung. Synonyme dafür sind Mediation, Businessmediation, Konfliktmanagement, Konfliktklärung, Klärungshilfe, Gewaltfreie Kommunikation oder auch Konfliktcoaching und Konfliktlösung. Was sich im einzelnen hinter dem jeweiligen Begriff verbirgt, welches Selbstverständnis und welche Arbeitsweise, ist je nach Moderator / Berater / Coach unterschiedlich. Zentrale Begriffe sind hier die Konfliktpsychologie, Fragen der Komplexität, Konflikt und Kooperation, Inhaberstreitigkeiten und viele mehr ...

KVP-Moderation

KVP-Moderation ist die Gestaltung und Moderation von Prozess-Optimierung nach dem Ansatz: KAIZEN oder Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, kurz KVP genannt. Träger des Prozesses sind die Mitarbeiter, die in sogenannten "Mitarbeitergruppen" oder "Qualitätszirkeln" kontinuierlich an Prozessverbesserungen arbeiten. [» Buch "Mitarbeitergruppen"]


Moderation

Der Begriff Moderation wird innerhalb des Businessbereiches häufig als Synonym für "Gestaltung" verwandt. So verwendet etwa Wohlgemuth (vgl. Wohlgemuth, 1993) den Begriff Moderator als Synonym für Unternehmens- / Organisationsberater. Er fasst den Begriff innerhalb des Businessbereiches also relativ weit. Folgt man dieser Definition, so kann er - in Anlehnung an Edgar Scheins klassische Unterscheidung zwischen Experten- und Prozessberatung - allgemein für "Gestaltung von Problemlöseprozessen" stehen. Der Gestalter, der Moderator, ist zwar auch hier der mäßigend wirkende, zwischen Standpunkten und Sichtweisen vermittelnde Lenker, jedoch weit mehr als ein "Gesprächsleiter". Man könnte den Moderator hier auch als "speziellen Unternehmensberater", "systemischen Organisationsberater" oder "Change-Manager" bezeichnen. Das andere Ende der Skala der Businessmoderation wird durch die "Moderation per Moderationsmethode" definiert. Hier wird der Begriff Moderation am engsten gefasst. Moderation meint in diesem Fall ausschließlich die Gestaltung von Gruppengesprächen "zur Meinungs- und Willensbildung". [mehr...]

Moderation 4.0

In den 1960er Jahren wurde die "Brown-Paper-Moderation" erfunden, die man rückblickend als Moderation 1.0 bezeichnen könnte. Braunes Packpapier und Metaplanwände, Pinnwände oder Moderationswände sowie bunte Filzstifte und bunte Karten prägten das Bild in Workshop und Meeting ... Online-Moderation gab es nicht, das Internet war noch nicht erfunden ... 

Unter Moderation 2.0 könnte man die Entwicklung der system[at]ischen Moderation nach den Six Steps des Moderationszyklus verorten. Das Meta-Strukturmodell der Businessmoderation teilt den Moderationsprozess in Zeitscheiben und ordnet (situations- und zielorientiert) jedem Prozessschritt der Moderation, spezielle Moderationstechniken zu. Äußerlich trennt man sich vom "Brown Paper", das Moderationspapier wird weiß, hell und freundlich ...

Moderation 3.0: Die "bunte Papiermoderation" der Moderation 1.0 erfährt mit weißem (Endlos-)Moderationspapier und einer immensen Auswahl an bunten Moderationsstiften und Moderationskarten unter Bezeichnungen, wie Graphic Facilitation oder Graphic Recording einen neuen Höhepunkt. Eine Vielzahl von Moderationsdesigns konkurrieren mit der Businessmoderation nach dem Moderationszyklus, eine große Vielfalt an Vorgehensmodellen steht zur Verfügung ...

Das Kürzel "4.0" steht für "Digitalisierung" ...der Industrie, ...der Gesellschaft, ...der Arbeit allgemein und letztlich auch für die Digitalisierung der Moderation. Begriffe, wie Moderation 4.0, Moderator 4.0 und Moderieren 4.0 werden mit diesem Trend verbunden. Digitale Medien ergänzen klassische Papiermoderation und ersetzen diese sukzessive ... [mehr...]

Das Kürzel "4.0" verweist zudem auch auf eine neues Führungsverständnis. Hier wird unter dem Label "Führen 4.0" Moderation - einmal mehr - zum zentralen Führungsinstrument.

Moderator

Moderator bezeichnet den Leiter eines Gruppengespräches oder "Events". Im deutschsprachigen Raum wird nicht zwischen dem Leiter einer Unterhaltungsmoderation einer journalistischen Diskussionsrunde oder einer Workshopleitung unterschieden. Im Englischen wird der Leiter je Bereich unterschiedlich benannt. So heißt der Moderator im Unterhaltungsbereich Host, im journalistischen Bereich ist vom Moderator die Rede und im Businessbereich ist es der Facilitator, der den Gruppenprozess steuert.

Moderationsmaterial

Moderationsmaterial bezeichnet das typischerweise zur Gestaltung und Moderation von Gruppengesprächen eingesetzte Equipment und Verbrauchsmaterial. Dazu gehören Pinnwand, Flip-Chart, Pinnwand-Papier, Flipchart-Papier, Filzstifte oder "Trainer-Marker", Moderationskarten, Klebepunkte, Nadeln etc. Das Verbrauchsmaterial ist in aller Regel in einem "Moderationskoffer" oder "Moderatorenkoffer" untergebracht. Moderationsequipment und Moderationsmaterial kauft man z.B. im www.moderatorenShop.de.

Moderationsmethode

Moderationsmethode steht für Moderationsmethoden oder besser Moderationsdesigns, von Appreciative Inquiry (David L. Cooperrider) bis Zukunftswerkstatt (Robert Jungk), von Open Space (Harrison Owen) über die SixSteps (Josef W. Seifert) bis WorldCafé (Juanita Brown ). Manche Ansätze, wie etwa Open Space oder World Café, haben, wie der "Moderationszyklus", regelrecht eine "Fangemeinde" in der Moderationsszene erlangt.

MODERATIOnsMETHODE

MODERATIOnsMETHODE ist die Bezeichnung für eine spezielle Art der Moderation, die erstmals 1989 in dem Buch "Visulisieren - Präsentieren - Moderieren" (GABAL Verlag, in mehrere Sprachen übersetzt und weit über 500.000 mal verkauft) vorgestellt wurde. Sie verwendet den "Moderationszyklus" als Basis-Struktur für den kompletten Moderationsprozess, die komplette "Dramaturgie" und schlägt konkrete Basismethoden für jeden Moderationsschritt vor: "Wenn man konsequent nach dem Moderationszyklus© arbeitet, kann man gar nicht verhindern, zu Ergebnissen zu kommen!" (Josef W. Seifert). Als alternative Bezeichnung wird - befördert durch die Digitalisierung der Moderation - die Bezeichnung "SixSteps Moderation" beziehungsweise "SixSteps DigitalModeration" genutzt. 

Moderationsschrift

Die "Moderationsschrift" ist ist eine spezielle Form der "Calligraphy-Schrift", die in der Moderation Verbreitung gefunden hat. Man kann sie im Visualisierungstraining, Präsentationstraining oder Moderationstraining erlernen. Zwischenzeitlich gibt es auch einen speziellen Computer-Schriftfont für PC und MAC von MODERATIO. Die Einzelplatzlizenz ist im kostenlosen Download verfügbar.

Moderationstechniken

Als typischen Vertreter der Moderationstechniken, gelten vielen Moderatoren das "Blitzlicht", die "Kartenabfrage" … der "Maßnahmenplan", in einer zeitlichen Struktur geordnet, durch das Meta-Prozessmodell "Moderationszyklus". Übersehen werden häufig die verbalen Methoden, von Aufforderung über Fragetechnik bis Zusammenfassung.

Dabei machen erst diese „weichen Methoden“ eine kraftvolle Nutzung der „harten Methoden“, die durch gezielte Visualisierung „geronnene Kommunikation“ erzeugen, möglich: Wann fordere ich wen, wie, wozu auf? Wie muss ich fragen, um ...? Wann fasse ich was, mit welcher Zielsetzung, in welcher Art und Weise richtig zusammen?

Moderation bedeutet immer und ganz zentral, situationsangemessene und zielorientierte Komplexitätsreduktion und Aufmerksamkeitsfokussierung. Dazu muss die moderierende Person auch über ein gerüttelt Maß an Visualisierungs- und Präsentationsfähigkeiten verfügen.

Eine solide Moderationsausbildung wird daher stets diese drei Kategorien der Moderationstechniken, angemessen berücksichtigen.

Moderationstraining

"Moderationstraining" steht für mehrstündige Kompaktseminare mit Überblickscharakter, bis zu mehrteiliger Ausbildung in Moderation. Begriffe, wie Moderationsausbildung, Moderatorentraining, Moderation lernen, Moderatorenausbildung, Moderieren lernen, Moderationsseminar oder Moderationskurs reihen sich hier ein. Was angeboten wird ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich, sowohl in der Quantität als auch in der Qualität.

Moderationszyklus

Der Begriff "Moderationszyklus" wurde von Josef W. Seifert geprägt. Er bezeichnet in der Businessmoderation das Framework, das eine Workshop-Moderation in die Six Steps "Einsteigen", "Sammeln", "Auswählen", "Bearbeiten", "Planen" und "Abschließen" strukturiert.

Je Thema werden die einzelnen Moderationsschritte mit geeigneten Methoden oder Moderationstechniken gefüllt. Das wird bei einem Team-"Boxenstopp" anders sein, als bei einem Strategie-Workshop und sich unterscheiden von den Moderations-Detail-Methoden einer Konfliktklärung. Der Moderationszyklus ist daher das Meta-Phasenmodell für Businessmoderation.

Die Struktur von in sich schlüssigen Schritten verfolgt neben einer inhaltlichen Logik auch den Zweck, die Komplexität der Moderationsarbeit zu reduzieren und den Arbeitsprozess zu erleichtern.


Neutralität

Moderieren bedeutet "zwischen Sichtweisen vermitteln". Dies kann nur gelingen, wenn sich die moderierende Person keine der vertretenen Positionen zu eigen macht oder gar eine eigene, weitere Position einbringt, die sie dann gezwungen ist, zu vertreten. Wenn der Moderator versucht die angebotenen Sichtweisen zu verstehen und der jeweiligen "Gegenseite" argumentativ verständlich zu machen (und so scheinbar die neutrale Position verlässt), kann man statt von Neutralität auch von Allparteilichkeit sprechen. Ziel muss es dabei stets sein, gegenseitiges Verstehen zu erreichen, eigene Wertungen zu unterlassen und keine Entscheidungen zu pushen.


Online-Moderation

Meetings finden immer häufiger Online statt. Diverse Anbieter stellen hierzu Online-Plattformen zur Verfügung, wie etwa Adobe Connect Pro, WebEx oder SixSteps. Mit diesen webbasierten Programmen können sich Teilnehmer von unterschiedlichen Orten aus, virtuell "treffen". Zur Leitung des jeweiligen Meetings, ist ein Online-Moderator erforderlich zumindest aber wünschenswert. Einen knapper Überblick zur Thematik gibt die MODERATIO NOTIZ zur "Online-Moderation". Einen fundierten Einblick in das Howto, gibt das Buch 30 Minuten "Online-Moderation", von Josef W. Seifert und Bettina Kerschbaumer.

Open Space

Open Space steht für “Offener Raum” und meint, dass es – im Rahmen eines Generalthemas – völlig offen ist, was von der Gruppe, die sich zu in einem Open Space Workshop zur Bearbeitung eines Themas trifft, (wie) bearbeitet wird. In der Regel geht es bei dieser Art der Moderation, um Optimierungsthemen. [mehr...]


Pinnwand

Die Pinnwand, auch Metaplan-Wand oder Moderatio-Wand (Moderatiowand / Moderationswand) genannt, ist ein mit einer Hartschaumplatte gefüllter Metallrahmen. Sie ist ca. 140 x 120 cm groß und eignet sich als Visualisierungsmedium für Gruppen bis zu 20 Personen. Mit Pinnwandpapier bespannt, bietet sie eine sehr große Visualisierungsfläche und eignet sich sowohl zur Präsentation vorbereiteter Darstellungen, als auch zur prozessbegleitenden Entwicklung von Visualisierungen während der Moderation.

Profimoderation

Profimoderation, Premiummoderation, Top-Moderation, Moderation de luxe, etc. sind in aller Regel Marketing-Begriffe, die keine inhaltlichen Merkmale beschreiben.

Projektmoderation  

Projektmoderation bezeichnet die Gestaltung und Moderation von Projektarbeit ohne Nutzung spezieller Projektmanagment-Software. Im Zentrum steht hier die konkrete, partizipative Problemlösearbeit, gemeinsam mit dem Projektteam, in moderierter Form. Projektmoderation ist ein von Josef W. Seifert und Kollegen entwickelter Moderationsansatz zur Verknüpfung von klassischem Projektmanagement mit Business-Moderation.

Prozessmoderation

Prozessmoderation wird als Synonym für Moderationsprozess verwendet. Gemeint ist damit in aller Regel nicht Prozessberatung in Abgrenzung zur Fachberatung, sondern Prozessberatung wird sich der "Prozessmoderation" bedienen.


SixSteps Moderation

Die Six Steps der „SixSteps Moderation“ beziehen sich auf den Moderationszyklus mit den klassischen sechs Moderationsschritten. Zudem trägt die – von MODERATIO mitentwickelte – Moderationssoftware der eFa GmbH (Gesellschaft für eFacilitation) diese Bezeichnung. Sie dient der Moderation von On-Site-Meetings am Besprechungstisch und der Moderation von klassischen Workshops sowie der Moderation von On-Line-Meetings zum Online Conferencing. [mehr zum Thema...]

Strategiemoderation

Strategie-Moderation bezieht sich auf den Ansatz der "systemischen Strategieentwicklung" und im engeren Sinne auf die Moderation von Workshops zur Formulierung einer Strategie oder zur Gestaltung eines Strategie-Checks. Im weiteren Sinne ist damit die Prozessberatung zur Erarbeitung einer Strategie gemeint, indem ausgehend von der Vision /Mission eine Strategie erarbeiten und strategische Zielsetzungen und Maßnahmen formuliert werden. [mehr...]

Systemisches Konsensieren

Das sogenannte "systemische Konsensieren" (nach Paulus et. al.) ist eine "Mehrpunktabfrage mit umgekehrtem Vorzeichen". Die Prozessfrage zielt nicht auf die größte "Zustimmung für", sondern auf die größte "Ablehnung von", also auf den größten Widerstand gegen eine Alternative. Sinn und Zweck ist das Streben nach einem "besseren" Abstimmungsergebnis.  Der begriffliche Zusatz "systemisch" weist darauf hin, dass die Abstimmung in einem sozialen System stattfíndet. Die Aufmerksamkeitsfokussierung auf gegensätzliche Ansichten und Widerstände lädt allerdings eher weniger dazu ein, im Dialog Gemeinsamkeiten zu entdecken und Konsens zu finden. [mehr...]

Systemische Moderation

Der Begriff "Systemische Moderation" weist auf die Denkschule hin, der sich der Moderator verpflichtet fühlt, er verweist also auf die Tradition der Systemtheorie. Daraus lassen sich die Vorgehensweisen für eine systemische Moderation ableiten, beziehungsweise begründen. Moderation kann als „systemische Moderation“ bezeichnet werden, wenn der Moderator /die Moderatorin systemtheoretische Annahmen für das moderatorische Tun zugrunde legt, das konkrete Doing also systemtheoretisch begründet. [mehr...]


Teamcoaching 

Teamcoaching bezeichnet ein Arbeiten mit Teams, das früher in aller Regel als Teamentwicklung bezeichnet wurde. Es reicht von der Gestaltung und Moderation von Teamfindungsprozessen über Führungsgwechsel-Workshops bis hin zum "Boxenstopp", zur Reflexion des Miteinanders im Team und zur Konfliktmoderation, zur Klärung von konfliktären Situationen im Team.

Trainings-Transfer

Dass wir uns vor dem "Information-Overflow" durch selektive Wahrnehmung schützen ist bekannt, dass wir dazu das meiste ausblenden ist nicht neu. Ebenso ist bekannt, dass Trainingsmaßnahmen nicht immer den angepeilten Erfolg bringen - leider. Interessant ist also die Frage, ob das miteinander zu tun hat, oder woran das denn liegt, dass immer wieder weniger bleibt als gedacht. Eine mögliche Antwort gibt eine umfangreiche Studie der beiden Organisationspsychologinnen Julia Leitl und Jeanette Zempel-Dohmen von der Universität Nürnberg-Erlangen. [weiterlesen...]

TypenQuadrat

TypenQuadrat bezeichnet ein pragmatisches Persönlichkeitsmodell auf der Basis der "Grundformen der Angst" nach Fritz Riemann (die durch Ergebnisse moderner Hirnforschung bestätigt wurden). Es findet vor allem in der Konfliktklärung im Sinne der "Klärungshilfe" bei Konflikten Anwendung. Das TypenQuadrat ist im Buch "Moderation und Konfliktklärung" skizziert.


World Café 

World Café ist eine Moderationstechnik, um Menschen im Arbeitskontext, miteinander in persönlichen Kontakt zu bringen und dadurch – getreu dem Motto: Wenn die persönliche Beziehung stimmt, ist fast alles möglich und wenn diese nicht stimmt, ist so gut wie Nichts möglich – deren (Arbeits-) Beziehungen zu pflegen, vielleicht auch zu verbessern. Was richtig gedacht und im Fall des World Cafés auch richtig gemacht ist. [Whitepaper]

WorldWork

WorldWork ist ein ModerationsDesign der Großgruppenprozessbegleitung, das von Arnold Mindell und Partner entwickelt worden ist. “Deep Democracy is our sense that the world is here to help us to become our entire selves, and that we are here to help the world to become whole.” (Arnold Mindell)


Zirkuläres Fragen

Zirkuläre Fragen sind Fragen, die "um die Ecke fragen". Karina fragt Monique: "Monique, was meinst Du, was hält Josef von Deinen Moderationsfähigkeiten, was würde er sagen, wenn man ihn danach fragen würde?" ODER "Monique, was würde Uwe sagen, was Josef an dieser Touch-Moderation so toll findet?". In der Moderation dienen Sie dem Herausarbeiten von vermuteten Ursachen für oder Widerständen gegen etwas sowie von Sichtweisen / Einschätzungen von Beziehung zwischen Personen.

„Was meinst Du, was würde Josef sagen, wenn man ihn fragen würde, was er glaubt, dass Uwe sagen würde, wenn man Uwe fragen würde, was er, Josef, von der SixSteps-Digitalmoderation hält?“ ;O)

Zukunftswerkstatt

Die "Zukunftswerkstatt" - auch "Zukunftskonferenz" genannt - ist ein, von dem Zukunftsforscher Robert Jungk u.a. entwickeltes (umfangreich dokumentiertes) Moderationsdesign. Es will die Phantasie anregen, um mit neuen Ideen Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu entwickeln ...

Zyklus

Siehe "Moderationszyklus".

Zu guter Letzt...

Wenn Sie einen Begriff vermissen, den Sie gerne eingeordnet sehen würden, schreiben Sie uns!

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