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Rolf  Berker  

Dipl-Psych. Rolf Berker ist seit 1.1.2010 Gesellschafter von MODERATIO®

 

 

 
   

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moderation & Moderationstraining

Die 10 Gebote der Besprechungstechnik / Besprechungsmoderation

Es gibt kaum eine Organisation in der nicht über zu lange und ineffektive, ja langweilige und frustrierende Besprechungen und Sitzungen geklagt wird. Dabei würde es genügen, einige Regeln für den Leiter, oder besser den Moderator, einzuüben und zu beherzigen. Gelingt dies nicht im Selbststudium, empfiehlt sich der Besuch eines entsprechenden Trainings; die investierte Zeit kommt in Form effektiverer Veranstaltungen vielfach wieder herein. Die folgenden

10 Gebote zeigen, als Anregung für’s Selbsttraining, worauf es ankommt.

1. Gebot: Bereite Dich gut vor!

In der Praxis ist meist nicht die Zeit für eine umfassende Vorbereitung oder besser (ehrlicher?) gesagt, man nimmt sie sich nicht. Der Preis dafür ist in der Regel hoch. Die Zusammenkunft dauert länger als geplant und es kommt nichts oder nicht viel (zumindest nichts Konkretes) dabei heraus. Dabei ist eine gute Vorbereitung (mindestens!) „die halbe Miete“ für den Erfolg einer Besprechung. Zu einer guten Vorbereitung gehört zunächst, für sich zu klären, ob man von der zu moderierenden Gruppe überhaupt als Moderator akzeptiert wird! Bestehen diesbezüglich Zweifel, sollte man für Akzeptanz (z.B. durch offizielle „Berufung“) sorgen oder die Aufgabe nicht wahrnehmen. Hat man sich entschlossen zu moderieren, sollte man sich anhand einiger „harter Fragen“ vorbereiten und zwar:

  • Inhaltlich: Worum genau geht es in der Besprechung? Was genau soll erreicht werden?

  • Methodisch: Wie will/kann ich die Gruppe zum Ziel führen? Was mache ich erst und was dann ...?

  • Organisatorisch: Was muss vorbereitet sein?

  • Persönlich: Worauf muss speziell ich besonders achten: auf Neutralität? lautes Sprechen? …?

2. Gebot: Beginne positiv!

Zu einem positiven Einstieg gehört es, etwas „für den Bauch“ zu tun. Das heißt, es ist wichtig ein positives Klima für die gemeinsame inhaltliche Arbeit zu schaffen. Das geht in aller Regel vor dem offiziellen Beginn leichter als danach. Ziel dieser Phase ist es, die Teilnehmer auch psychisch „da sein“ zu lassen. Wer kennt nicht die Situation, wo man (totmüde) ankommt und dann von wohlmeinenden „Geistern“ gleich mit allem Möglichen und Unmöglichen „überschüttet“ wird. Dabei wünscht man selbst (physisch anwesend) sich nichts sehnlicher als erst einmal (psychisch) „anzukommen“.

Das sprichwörtliche Gespräch über’s Wetter kann hier gute Dienste tun. Darüber hinaus ist es wichtig, pünktlich zu beginnen. Ist die Veranstaltung für 9.00 Uhr angesagt, so beginnt diese auch um 9.00 Uhr und nicht um 9.05 Uhr oder 9.12 Uhr. Die Anwesenden waren pünktlich und das muss belohnt werden!

3. Gebot: Lege das Ziel fest!

Nach der Begrüßung geht es darum, die Tagesordnungspunkte abzustimmen und die jeweilige Zielsetzung abzuklären. Oft wird gemäß dem Motto: „Wir wissen zwar nicht wohin wir wollen, das aber mit ganzer Kraft“ drauf los gearbeitet, ohne zu wissen, worum es konkret geht. Die inhaltliche Arbeit sollte auf keinen Fall beginnen, bevor nicht Konsens über die Zielsetzung der Bearbeitung besteht. Es genügt hierzu nicht, dass (vermeintlich) „ja eh jeder weiß worum es geht“. Das gemeinsam formulierte Ziel wird zum Thema visualisiert (vgl. 4. Gebot) und ist somit der „rote Faden“ für die Bearbeitung und damit für die Leitung/Moderation der Veranstaltung.

4. Gebot: Visualisiere für alle sichtbar mit!

Die Visualisierung beginnt schon vor der Veranstaltung, spätestens aber bei deren Beginn, indem der Moderator das zu bearbeitende Thema aufschreibt. Am besten auf ein Flip-Chart, weil dieses (zu Beginn der Zusammenkunft an die Wand geheftet) sichtbar gehalten werden kann. Danach beginnt ein für alle sichtbares (Mit-)Visualisieren aller wichtigen Inhalte. Der erste Schritt ist - wie erwähnt - die Ergänzung des Themas/der Themen um die jeweilige Zielsetzung. Danach führt er dies während der gesamten Besprechung fort, indem er alle zur Bearbeitung wichtigen Inhalte sichtbar macht und wenn irgend möglich (durch anpinnen/ankleben ...) sichtbar hält!

5. Gebot: Erläutere die Vorgehensweise!

Niemand käme auf die Idee sein Haus zu bauen, ohne erst einen Plan dafür zu machen. In Besprechungen wird häufig zuerst das Haus gebaut und manch einer wundert sich am Ende, dass (wieder mal) nichts (konkretes) herausgekommen ist. Hier ist der Moderator aufgerufen, darauf zu drängen, dass nach Thema und Ziel auch der Weg verabredet wird, der zur Themenbearbeitung beschritten werden soll. Erst dann wird, nach eben dieser Absprache, das Thema bearbeitet. Der Moderator ist ab diesem Zeitpunkt „Anwalt“ der vereinbarten Vorgehensweise und verhilft ihr immer wieder „zu ihrem Recht“!

6. Gebot: Sei neutral!

Der Moderator ist dafür verantwortlich, dass die Gruppe zu einem Ergebnis kommt, nicht aber für dessen Qualität aus seiner Sicht. Er sollte sich zwar in die Inhalte hineindenken können, aber nicht inhaltlicher Experte sein. Ist er dies aber doch und darüber hinaus, wie in der Praxis so häufig, auch noch inhaltlich Betroffener, wird es für ihn schwierig sein (gut) zu moderieren. Geht es nicht anders, und er will oder muss die Veranstaltung - trotzdem er inhaltlich „Aktien hat“ - leiten, so muss er versuchen beiden Rollen gerecht zu werden. Er kann dies (wenn überhaupt) z. B. dadurch, dass er in der einen Rolle (Moderator) steht und in der anderen (Teilnehmer-Rolle) sitzt. Äußerst hilfreich kann es in dieser Situation sein, seine inhaltlichen Beiträge in Form von Fragen einzubringen und möglichst wenig direktiv zu wirken (vgl. 7. Gebot).*

* Weitere Hinweise zum Umgang mit der „Doppelrolle”: Josef W. Seifert: Moderation & Kommunikation, GABAL Verlag, Offenbach 2003, Seite 22 ff

7. Gebot: Führe durch Fragen!

Entscheidungen werden von den Betroffenen dann (am ehesten) mitgetragen, wenn diese sich in der Entscheidung wieder finden. Dies kann nur der Fall sein, wenn sie auch gefragt wurden. Der Moderator kann seine Aufgabe deshalb nur aus einer „fragenden Haltung“, keinesfalls aus einer „Sage-“ oder „Besserwisser-Haltung“ heraus bewältigen. Er leitet die Gruppe (an), ist aber nicht inhaltlicher Entscheider! Nur in der Doppelrolle Moderator und Teilnehmer wird er sich inhaltlich einbringen. Um zu erfahren, was die Gruppe und der Einzelne in der Gruppe will, muss der Moderator aber auf jeden Fall mit (offenen) Fragen arbeiten.

Am Ende seiner Sätze werden also nicht Ausrufe-, sondern Fragezeichen stehen. Statt: „Wir müssen aber auch noch den Aspekt ... betrachten!“ fragt er: „Kann es sein, dass wir in diesem Zusammenhang auch den Aspekt ... betrachten müssen?“

8. Gebot: Bleibe beim Thema!

Ein großes Problem in Besprechungen ist es, dass Themen immer wieder „zerredet“ werden. Hier profitiert der Moderator von seiner sauberen Vorarbeit beim Einstieg. Die gemeinsam formulierte Zielsetzung (vgl. 3. Gebot) gibt ihm immer (wieder) die Möglichkeit nachzufragen, ob das momentan Diskutierte zum Thema bzw. zur Zielsetzung passt, um so mit der Gruppe den „roten Faden“ zu behalten bzw. (immer wieder) wieder zu finden.

9. Gebot: Achte auf konkrete Vereinbarungen!

Der Moderator ist dafür da, dass der Witz: „Was ist eine Besprechung? Nun, es gehen viele hinein und es kommt nichts dabei heraus“ sich nicht bestätigt. Das bedeutet, dass er mit Akribie darauf zu achten hat, dass das angestrebte Ziel erreicht wird und konkrete Maßnahmen nach dem Muster: „Wer macht was bis wann?“ beschlossen werden.

Hilfreich ist hierzu ein (vorab) visualisierter „Maßnahmenplan“ mit den entsprechenden Spalten, in die dann die Beschlüsse nur noch eingetragen werden. Der ausgefüllte Maßnahmenplan kann dann für einen „Maßnahmen-Check“ Element der nächsten Sitzung sein.

10. Gebot: Schließe positiv ab!

Die Teilnehmer sollen die Besprechung in positiver Stimmung und mit dem Vorsatz, die beschlossenen Maßnahmen in die Tat umzusetzen verlassen. Hierzu kann ein ehrlicher Dank an die Gruppe und ein positiver Abschluss verhelfen. Dazu abschließend ein kleines Beispiel: Ich bin mir sicher, dass in den vorliegenden 10 Geboten für den Moderator der eine oder andere Tipp für Sie dabei ist, den Sie nutzen möchten, um Ihre Besprechungen und Sitzungen (noch) effektiver zu gestalten:

© MODERATIO 2007


Zeitgemäße Hilfsmittel für professionelles Moderieren

Der Trend zu neuen Medien und zu immer ausgeklügelteren Hilfsmitteln macht auch vor der Moderation nicht halt: Mehr denn je bedarf effizientes Moderieren des Einsatzes von professionellem Handwerkszeug zur Visualisierung und Strukturierung der gemeinsamen Arbeit. Was Sie brauchen, um mit einer Gruppe vernünftig arbeiten zu können, ist im folgenden kurz skizziert.

Um für die Moderation eines Gruppengespräches richtig gerüstet zu sein, ist zunächst zu klären, ob sie in der klassischen Moderationssitzordnung, also im offenen Stuhlkreis, oder am „runden Tisch“ stattfinden soll. Entscheidend hierfür ist die Gruppengröße.

Während in größeren Moderationsgruppen (6-20 Personen) die Pinwand nach wie vor ein absolutes Muß darstellt, biete sich für kleine Gruppen (bis 6 Personen) das Arbeiten mit einem oder zwei Flip-Charts an. Diese beiden „Basismedien“ sowie weitere sinnvolle Tools und Hilfsmittel für das Moderieren werden nun kurz vorgestellt.

Klassisch und topaktuell: Die Pinwand

Die Pinwand (oder Pinnwand ;O) ist ein mit einer Hartschaumplatte gefüllter Metallrahmen. Sie ist ca. 140 x 120 cm groß und eignet sich als Visualisierungsmedium für Gruppen bis zu 20 Personen. Mit (liniertem) Packpapier bespannt bietet sie eine sehr große Visualisierungsfläche und eignet sich sowohl zur Präsentation vorbereiteter Darstellungen, als auch zur prozessbegleitenden Entwicklung während der Moderation. Darüber hinaus kann man auf ihr Moderationskarten anpinnen, ordnen ...

Sie sollten für eine Moderation ausreichend Pinwände bereitstellen. Als Daumenregel gilt: Für je zwei Teilnehmer eine Pinwand.

Für Moderatoren, die ihre Ausrüstung öfter mit auf Reisen nehmen müssen, gibt es eine zusammenklappbare Variante der Pinwand. Diese kann, meist in einer speziellen Tragetasche verstaut, mit ca. 70 x 120 cm in den meisten PKW transportiert werden.

Worauf sie beim Kauf einer Pinwand achten sollten:

  • Gewicht: Die Pinwand sollte möglichst leicht sein (maximal 5-6 kg)
  • Verarbeitung: Vermeintlich günstige Angebot entpuppen sich meistens schon nach den ersten paar Einsätzen als äußerst reparaturanfällig.
  • Standfestigkeit: Die Pinwand sollte sicher stehen und sich bei Druck gegen die Schreibplatte nicht nach hinten neigen.
  • „Pinbarkeit“: Pinnadeln sollten sich mühelos eindrücken lassen

Ein Muss: Das Flip-Chart

Das Flip-Chart ist eine transportable Haltevorrichtung für spezielles Flip-Chart-Papier von der Größe ca. 70 x 100 cm. Zudem sind die meisten Flip-Charts mit einer lackierten metallischen Grundfläche ausgestattet, auf der sich mit Haftmagmeten (Moderations-)Karten, kleinere Plakate etc. befestigen lassen.

Die Vorteile eines Flip-Charts als Visualisierungsmedium sind:

  • Die Visualisierungsfläche ist so groß, dass auch größere Gruppen von 15 – 20 Teilnehmern bedient werden können, aber doch nicht so „unübersichtlich wie bei einer Pinwand.
  • Die Darstellungen können sichtbar gehalten werden, indem man das beschriebene Blatt kurzerhand mit etwas Klebeband an die Wand klebt. Man kann so jederzeit darauf zurückgreifen.

Bei Verwendung eines speziellen – immer wieder ablösbaren - Kebestiftes, dem „Haftklebestift“ (MODERATIO-Kleber), können am Flipchart (kleine) Moderationskarten angeheftet und geordnet werden. Durch diesem „Trick“ kann bei kleinen Gruppen das Flip-Chart die Funktion der Pinwand quasi nebenbei mit übernehmen.

Für Moderatoren, die ihr Flip-Chart mit auf Reisen nehmen müssen, gibt es eine klappbare Variante. Das Flip-Chart ist dann nur noch ca. 30 x 100 cm groß.

Worauf Sie beim Kauf eines Flip-Charts achten sollten:

  • Gewicht: Ein Flip-Chart ist meistens leider relativ schwer (ca. 10 kg). Das muss auch so sein, damit es entsprechend standsicher ist. Trotzdem sollte es aber mühelos (an speziellen Tragegriffen) getragen werden können. In jüngster Zeit wurden auch erste leichte und trotzdem sicher stehende Flip-Charts entwickelt.
  • Standfestigkeit: Das Flip-Chart sollte an den Beinen Arretierungen haben, die eine Einstellung auf die Körpergröße des Moderators erlauben und die ein „Zusammenkrachen“ verhindern, auch wenn sich eine Halteschraube gelockert hat.
  • Ablagerinne: Ein vollständiges Flip-Chart verfügt am unteren Ende der Schreibfläche über eine Halterinne für Filzschreiber, Klebepunkte etc.

Papier: Gutes Flip-Chartpapier ist aus weißem Recyclingpapier hergestellt, (leicht) kariert und verfügt über eine Zentrierhilfe zur Entwicklung von Grafiken während der Moderation. Es muß einerseits so dünn sein, daß es auch in größeren Mengen leicht zu transportieren ist und andererseits braucht es eine gewisse Stärke, damit bei der Beschriftung die Filzschreiber nicht „durchschlagen“.

Weniger geeignet: Overhead-Projektor, Beamer & Co.

Overhead-Projektor und Beamer sind Projektionsgeräte, mit denen Grafiken, Tabellen, etc. auf eine Leinwand projiziert werden.

Während beim „Overhead“ Transparentfolien als Trägermedium für die Visualisierung zum Einsatz kommen, verfügt der Beamer über eine Schnittstelle zum Computer. Je nach der verwendeten Software lassen sich so komplette „Bildschirmshows“ auf eine Leinwand projizieren.

Beide Geräte finden in der Moderation kaum Verwendung. Der entscheidende Nachteil dieser weitverbreiteten „High-Tech-Medien“ ist, dass man Darstellungen nicht sichtbar halten kann.

Aber auch hier bestätigt die Ausnahme bekanntermaßen die Regel: Zur Präsentation komplexer Grafiken oder zur Einstimmung der Teilnehmer in Form einer Präsentation sind Overhead-Projektor und Beamer sehr gut geeignet.

Gegebenenfalls muss daher bei der Vorbereitung einer Moderation auch der Einsatz von Overhead-Projektor(en) und dem Beamer mit eingeplant werden.

Worauf Sie beim Kauf eines Overhead-Projektors achten sollten:

  • Leicht
  • Leise
  • Lichtstark
  • Auf Ersatzlampe umschaltbar

Worauf Sie beim Kauf eines Beamers achten sollten:

  • Leicht
  • Leise
  • Hohe Bildauflösung
  • Fernbedienbar

Unentbehrlich: Die Hilfsmittel

Die Hilfsmittel für professionelles Moderieren sind im wesentlichen Pinwand- und / oder Flip-Chart-Papier, Filzstifte, Nadeln und Karten.

Was man unbedingt dabei haben sollte:

  • Filzstifte in zwei Stärken (rot und blau / schwarz)
  • Überschriftenwolken
  • Clusterkarten
  • Moderationskarten: eine Farbe reicht!
  • Pinnadeln
  • Klebepunkte in zwei Farben (z.B. rot und blau)
  • Klebestift
  • Haftklebestift
  • Klebeband

Zur kompakten Unterbringung der Utensilien benutzen Sie am besten einen Hilfsmittelkoffer, den sogenannten Moderatorenkoffer. Notfalls tut’s natürlich auch der „Schuhkarton“.

Worauf Sie beim Kauf eines Moderatorenkoffers achten sollten:

  • Koffer
    Der Moderatorenkoffer muß leicht sein und eine feste Einteilung für alle Moderationsutensilien haben. Idealerweise beinhaltet er die Hilfsmittel zum Arbeiten mit Pinwänden (Workshopmoderation) und die Hilfsmittel zum Arbeiten mit Flip-Charts (Besprechungsmoderation)
  • Inhalt
    Was ein Moderatorenkoffer im einzelnen enthalten sollte, steht auf Seite 4. Bitte nicht nach dem Motto verfahren: Hauptsache schön bunt!

Hilfreich: Die digitale Fotokamera

Die digitale Fotokamera macht eine Laborentwicklung der aufgenommenen Bilder überflüssig. Bilder können als Daten gespeichert werden und - per Schnittstelle überspielt - am Computer nachbearbeitet und ausgedruckt werden.

Nach der Moderation, wo es stark auf eine effiziente und umfassende Protokollierung des Arbeitsprozesses ankommt, kann eine digitale Kamera dem Moderator so gute Dienste erweisen. Photominutes sind so im Nu erstellt.

Worauf Sie beim Kauf einer digitalen Fotokamera achten sollten:

  • Hohe Bildauflösung
  • Hohe Speicherkapazität
  • Niedriger Energieverbrauch
  • Bedienungsfreundlichkeit (Speicherwechsel, Schnittstelle zum Computer)

Und noch ein Tip am Schluß:

Auch die beste Technik kann keine Kontraste finden, wo keine zu finden sind. Achten sie daher bei der Wahl Ihrer Papiere und Karten auf eher helle Farben. Bei Verwendung dunkler (kräftiger) Farben läßt sich nur schwer ein Kameraprotokoll anfertigen, da sich die Schrift kaum noch vom Untergrund abhebt.

Checkliste Moderationsausrüstung

Medien

  • Bei großen Gruppen: Je 2 Teilnehmer eine Pinwand
  • Bei kleinen Gruppen: 1-2 Flip-Charts
  • Ggf. Overhead-Projektor(en) uns Beamer

Hilfsmittel

  • Moderationspapier
    Pinwand-Papier (Packpapier mit Hilfslinien)
    Flip-Chart-Papier (weiß, leicht kariert mit Zentrierhilfe)
  • Moderationskoffer
    20 Überschriftenwolken groß (weiß-blau)
    10 Überschriftenwolken klein (weiß-blau)
    500 Kartenabfrage-Karten groß: 21 x 9,5 cm (z.B. gelb)
    250 Kartenabfrage-Karten klein: 16 x 8 cm (z.B. gelb)
    50 Clusterkarten groß (weiß-blau)
    50 Clusterkarten klein (weiß-blau)
    50 Kreiskarten groß (weiß)
    50 Kreiskarten mittel (weiß)
    50 Kreiskarten klein (weiß)
    4 Top-Marker big blau (oder schwarz)
    2 Top-Marker big rot
    20 Top-Marker small blau (oder schwarz)
    10 Top-Marker small rot
    500 Pinnadeln (eine Farbe!)
    2 Nadelkissen
    1000 Klebepunkte blau
    1000 Klebepunkte rot
    2 Klebestifte (40 g)
    1 Haftklebestift
    1 Rolle Klebeband
    1 Schere

Übrigens...

Medien und Hilfsmittel fürs Moderieren bekommt man inzwischen schon in jedem gut sortierten Büromarkt. Anbieter finden sich auch in allen einschlägigen Fachzeitschriften.

Wir von MODERATIO lassen übrigens diverse Ausrüstungsgegenstände nach unseren Vorstellungen herstellen, z.B. Moderationskoffer, Clusterkarten, Flip-Chart-Papier. Als Moderationsprofi können Sie daher Hardware auch gerne bei uns beziehen.

Sprechen Sie uns an, wir informieren Sie gerne und unverbindlich!


World Café ein aktuelle Moderationsmethode

 Wenn man heute World Café hört, denkt man nicht automatisch an das World Café im Londoner Covent Garden, sondern eher an das vor ca. 10 Jahren in den USA entstandene Moderationsdesign, das heute groß in Mode ist. Wir haben es getestet und ..., aber lesen Sie selbst:

 ... was 1995 an einem verregneten Morgen in Mill Valley in Kalifornien als Zufallslösung begann, ist heute eine beliebte Methode, um in einer entspannten, lockeren Atmosphäre Menschen miteinander in Kontakt zu bringen. Dabei ist das World Café in aller Regel keine eigene, komplette Veranstaltung, sondern das Design für einen Veranstaltungs teil . Beim Einstieg in eine Veranstaltung können durch ein World Café Teilnehmer, die sich nicht kennen oder die im Alltag zwar miteinander kommunizieren, sich aber persönlich nie oder nur selten treffen, miteinander mühelos in ein angeregtes, businessrelevantes Gespräch gebracht werden. Diese Menschen arbeiten in aller Regel an unterschiedlichen Orten und/oder zu unterschiedlichen Zeiten für ein und dieselbe Organisation, begegnen sich aber auf Grund räumlicher und/oder zeitlicher Gegebenheiten selten oder nie persönlich.

Ziel eines World Cafés ist es dann, die Menschen miteinander in persönlichen Kontakt zu bringen und dadurch – getreu dem Motto: Wenn die persönliche Beziehung stimmt, ist fast alles möglich und wenn diese nicht stimmt, ist so gut wie Nichts möglich – deren (Arbeits-) Beziehungen zu pflegen, vielleicht auch zu verbessern. Was richtig gedacht und im Fall des World Cafés auch richtig gemacht ist!

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Die Hürde, auf jemanden zuzugehen, der einem noch – mehr oder weniger – fremd ist, wird stark reduziert.
  • Man muss nicht auf eine „passende Gelegenheit“ warten, um mit jemandem in Kontakt zu kommen.
  • Der sonst allgegenwärtige Ergebnisdruck fehlt, es entsteht eher die Atmosphäre eines informellen Gespräches.
  • Gedanken können am Tisch, sozusagen „unter uns“, leichter vorgetragen werden, als in der großen Runde.
  • Vielredner haben es schwer zu dominieren. Stille können sich leichter einbringen.

Diese Vorteile lassen sich natürlich nicht nur für den genannten Zweck nutzten.

Zur Durchführung eines World Cafés … sind folgende fünf Punkte sorgfältig zu klären:

a) Zielsetzung
b) Raum
c) Ablauf & Moderation
d) Abschluss
e) Dokumentation
a) Zielsetzung

Zunächst ist die Frage, was erreicht werden soll, sorgfältig zu bedenken und zu formulieren.

So kann ein World Café beispielsweise genutzt werden, um in entspannter Atmosphäre Sichtweisen, Erwartungen, Ideen ... zur Lösung eines Problems oder zur Gestaltung der Zukunft eines Unternehmens, Verbandes oder einer sonstigen Organisation auszutauschen, auch – oder gerade – wenn sich die Teilnehmer schon gut (genug) kennen.

Der Bogen der Anwendungsmöglichkeiten ist weit gespannt.

So kann ein World Café mit Fragen wie:

  • Wo sehen Sie ungenutzte Märkte?
  • Welche Zielgruppen müssen wir stärker betreuen?
  • Welche Leistungen sollten stärker herausgestellt werden? ... als Auftakt eines Strategie-Workshops dienen.
  • Es kann Auftakt eines Changeprozesses sein, Follow-up eines Workshops oder auch nur zur Reflexion eines Vortrages eingesetzt werden.

Dabei ist ein World Café in aller Regel nicht darauf angelegt unmittelbar Ergebnisse zu erzielen, Entscheidungen zu treffen oder Maßnahmenpläne zu erarbeiten.

b) Raum

Für ein World Café benötigt man einen hellen Raum mit Tageslicht, der so groß ist, dass er für die Anzahl der Teilnehmer mit zum Beispiel 4er-Tischen eingerichtet werden kann. Dabei soll eine lockere „Caféhaus-Atmosphäre“ entstehen. Unterstützt werden kann dies noch durch leise (!) Musik ... Die Tische stehen möglichst nicht „in Reih und Glied“, sondern in

einem lockeren „Arrangement“. Zudem stehen sie weit genug auseinander, so dass sich die Teilnehmer nicht gegenseitig stören, wenn sie an den Tischen Platz nehmen und miteinander reden. Jeder Tisch ist mit einer weißen Papiertischdecke gedeckt, und wenn es der Platz erlaubt, stehen Blümchen auf jedem Tisch. Es gibt direkt am Tisch – oder alternativ an einer Getränketheke – Kaffee und Tee und Kekse. Zudem liegen auf den Tischen Moderations-Filzschreiber in unterschiedlichen Farben; je Teilnehmer mindestens ein Stift und gegebenenfalls einige Moderationskarten. In der Mitte des Tisches steht ein „Eiskartenständer“ mit einer Karte, auf der keine Eissorten, sondern sorgfältig vorbereitete Arbeitsfragen formuliert sind.

c) Ablauf & Moderation

Wird das World Café zur Gestaltung des Einstiegs genutzt, beginnt es in aller Regel damit,

dass jeder Teilnehmer einen „Steckbrief“ von sich anfertigt. Das ist ein „Kurzportrait“ von sich, zum Beispiel auf einem DIN A4-Blatt, das beim Eintreffen erstellt wird. Darauf steht dann etwa:

  • Name:
  • Funktion:
  • Dabei seit:
  • Meine Stationen in der Organisation bisher ...

Diese Fragen müssen natürlich mit den Fragen auf den bereits erwähnten „Eiskarten“ korrespondieren, sprich: Die Fragen auf den Steckbriefen sind Fragen zur Person, die Fragen auf der „Eiskarte“ ergänzen die Fragen auf den Steckbriefen. Wird das World Café hingegen an einer späteren Stelle im Prozess eingesetzt, ändern sich die Fragen gemäß der entsprechenden Zielsetzung. An der Eingangstür zum World Café werden die Teilnehmer gebeten, sich einen Platz an einem der Tische zu wählen. Erwünscht ist dabei in der Regel, dass jeder sich an einen Tisch mit ihm unbekannten oder wenig(er) vertrauten Personen setzt. Wenn alle einen Platz eingenommen haben, bittet der Moderator die Teilnehmer, an jedem Tisch einen „Gastgeber“ oder „Tischmoderator“ zu wählen. Dieser hat dann die Aufgabe, das Geschehen am Tisch anzuleiten. Dazu gehört es, darauf zu achten, ...

  • dass jeder am Tisch zu Wort kommt.
  • dass die Arbeitsfragen „abgearbeitet“ werden.
  • dass Gedanken nicht nur verbal ausgetauscht, sondern die Tischdecken als Visualisierungsmedium genutzt und Gedanken, Ideen, Kommentare ... einfach auf die Tischdecken „gekritzelt“ werden.
  • dass, wenn das World Café als Sammelphase gedacht ist und mit den Nennungen später weitergearbeitet werden soll, Themenvorschläge auf die Karten geschrieben werden.

Diese Aufgaben werden bei der Anmoderation dieser Phase erklärt. Unmittelbar danach beginnt die erste Gesprächsrunde. Nach ca. 30 Minuten endet die erste Runde, und die Teilnehmer werden gebeten, sich einen anderen Tisch zu suchen – nur der „Gastgeber“ bleibt an „seinem“ Tisch sitzen und darf gespannt sein, wer nun zu ihm kommen wird. Haben sich die neuen Gruppen gefunden, gibt der Tischmoderator einen kurzen Überblick über das, was an seinem Tisch in der letzen Runde diskutiert wurde, und bittet dann die neuen „Gäste“, die Arbeitsfragen zu beantworten ... Nach weiteren 20 bis 30 Minuten findet ein erneuter Tischwechsel statt, der „Gastgeber“ erwartet neue Gäste ... Nach wiederum ca. 30 Minuten geht das World Café – in aller Regel – mit der dritten Runde zu Ende.

d) Abschluss

Der Moderator bittet nun die „Gastgeber“, die Tischdecken Ihres Tisches abzunehmen.

Diese werden dann alle nebeneinander an Moderationswände geheftet, wo sie nun von allen Teilnehmern als Abschluss des Cafés besichtigt werden. Alternativ oder zusätzlich geben die Gastgeber die an ihrem Tisch während der Gesprächsrunden beschrifteten Moderationskarten

den Moderatoren. Nach der „Vernissage“ der Tischdecke wird dann mit diesen Karten nach der MODERATIOns-METHODE™ (vgl. Seifert, Josef W.: Visulisieren, Präsentieren, Moderieren,

GABAL-Verlag, 21. Auflage 2004) weitergearbeitet. Der Moderator setzt dann mit der Gruppe einfach an dieser Stelle des Prozesses mit der „ganz normalen Businessmoderation“ auf. Er hat jetzt ideale Bedingungen, da die Gruppemitglieder bereits miteinander „warm geworden“ sind.

e) Dokumentation

Die Dokumentation der Veranstaltung wird, wie in der Business-Moderation üblich, per Fotoprotokoll erledigt, das die Teilnehmer in Papierform, als CD oder Download-Link erhalten.

Abschließend sei ein kleiner „Schönheitsfehler“ an diesem Moderationsdesign nicht verschwiegen: Ein World Café bringt einen relativ großen Aufbau und ggf. Umbau-Aufwand für die Tagungsstätte mit sich, der in einem professionell geführten Haus allerdings zu keinen ernsthaften Schwierigkeiten führen sollte ..., zumal die Vorteile für die viele Mühe entlohnen.

Chick-Check für Moderatoren

  • Zielsetzung geklärt?
  • Teilnehmerkreis benannt?
  • ModeratorIn verpflichtet?
  • Räumlichkeiten reserviert?
  • Ggf. Umbau organisiert?
  • Raumausstattung und Technik klar?
  • Kleine (runde) Tische, mit ausreichender Bestuhlung
  • Weiße, glatte Papiertischdecken
  • Bunte Moderationsstifte und ggf. Moderationskarten für jeden Tisch Ständer mit den Fragen für jeden Tisch
  • Ggf. Steckbriefe
  • Tassen...für die Cafébesucher
  • Heißgetränke...und ggf.
  • Snacks
  • Pinnwände für die Gesprächsergebnisse und ggf. Folgearbeit
  • Flip-Charts
  • Moderationskoffer
  • Mikrophon für den Moderator

Literaturtipps

Josef W. Seifert
Visualisieren – Präsentieren – Moderieren
GABAL Verlag,
Offenbach 2004

Juanita Brown, David Isaacs
The World Café
Berret-Koehler Publisher Inc.,
San Francisco 2005

 

 

 

 

 


MODERATIO® Business Moderation

Frankfurt – Ingolstadt – Kiel – München – Passau – Wien - Zürich

 

MODERATIO® steht für professionelle Gestaltung und Moderation von Meetings, Workshops und Events im Businessbereich.

Vorstandsklausuren zur Strategieentwicklung, Workshops zur Geschäftsprozessoptimierung, Führungskräfteforen, Mitarbeiterkonferenzen ...

Moderation zu allen Businessthemen, mit Gruppen von 2 bis 200+

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MODERATIO® bietet kompakte Moderationstrainings und komplette Moderationsausbildungen.

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Mehrstufig und modular, vom Einsteiger bis zum TeamCoach.

Inhouse und offen.

 

MODERATIO® ist ein praxiserfahrenes Moderatorenteam mit sieben Standorten im In- und Ausland.

Beratungskompetent zu Personal- und
Organisationsentwicklung, zu Change Management und Unternehmenskommunikation.

Ein internationales Netzwerk erstklassiger Moderatoren.

In deutscher und englischer Sprache.

 

 

MODERATIO® ist ein 1987 gegründetes Beratungsunternehmen mit Büros in Deutschland, Österreich und der Schweiz und den Standorten
Frankfurt – Ingolstadt – Kiel – München – Passau – Wien – Zürich . Wir arbeiten für deutsche Organisationen im weltweiten Einsatz in den Arbeitssprachen Deutsch und Englisch. Zu unseren Kunden gehören kleine, regional tätige Teams ebenso, wie große, renommierte und international tätige Organisationen.

Unser Beratungsansatz ist geprägt von Moderation. Wir fühlen uns dabei in besonderem Maße dem Ursprung des Wortes verpflichtet: moderatio [lat.] das rechte Maß, die Mitte finden, aber auch Lenkung, Leitung.

Wir gestalten und leiten Klärungsgespräche zwischen zwei Personen ebenso, wie Vorstands-Klausuren oder Führungskräfte-Workshops sowie Mitarbeiter-Foren mit mehreren hundert Teilnehmern.

Unsere Profession ist dabei die sach-logisch korrekte konzeptionelle Arbeit und andererseits die professionelle psycho-logische Vermittlung zwischen den Denkwelten der Know-how-Träger um von allen gleichermaßen getragene Antworten zu er-finden.

Wir bringen dafür das geeignete, methodische Framework sowie professionelles, moderatorisches Geschick in den gemeinsamen Arbeitsprozess ein.

Durch die angegliederte Werbeagentur moderatioGrafik© sind wir in der Lage Veränderungsprojekte auch durch passgenaue Unternehmenskommunikation zu begleiten.

Darüber hinaus qualifizieren wir Menschen die Menschen (an)leiten, Führungskräfte, Projektleiter, Moderatoren und Referenten in Techniken der Moderation und zeitgemäßer Mitarbeiterführung.

Unser Firmensitz ist Pörnbach in Bayern. Bestehende Standorte sind Frankfurt, Ingolstadt, Kiel/Hamburg, München, Passau und Wien. Geplante Standorte sind Berlin, Dresden, Düsseldorf, Wiesbaden und Zürich. Wir decken damit Süddeutschland ebenso ab, wie Ostdeutschland und Norddeutschland und sind auch in Österreich und der Schweiz vertreten.


Moderation kommt von [lat.] moderatio und steht für „das rechte Maß, Mäßigung, Lenkung, Leitung“.

Im Bereich Moderation gibt es sehr viele Begriffe, die zum Teil schwer einzuordnen sind, weil sie synonym verwandt werden, sich überschneiden oder auch schlicht falsch benutzt werden. Wir versuchen hier vorab einige Begriffe einzuordnen. Einem leichteren Schreiben geschuldet ist im folgenden Text jeweils vom Moderator die Rede, gemeint ist natürlich immer auch die Moderatorin.

Grundsätzliches; der Begriff Moderation steht im deutschsprachigen Raum sowohl für Unterhaltungsmoderation und journalistische Moderation in "Funk und Fernsehen", als auch für Businessmoderation im Sinne partizipativer Problembearbeitung, die in aller Regel im organisationalen Kontext stattfindet. Der Leiter wird in allen Bereichen als Moderator bezeichnet. Der Begriff an sich kommt aus dem Lateinischen, dazu hier gerne mehr...

Moderator bezeichnet dabei den Leiter eines Gruppengespräches oder "Events". Im deutschsprachigen Raum wird nicht zwischen dem Leiter einer Unterhaltungsmoderation einer journalistischen Diskussionsrunde oder der Leitung eines Workshops unterschieden. Im Englischen hingegen wird der Leiter je Bereich unterschiedlich benannt. So heisst der Moderator im Unterhaltungsbereich Host, im journalistischen Bereich ist vom Moderator die Rede und im Businessbereich ist es der Facilitator, der den Gruppenprozess steuert.

Facilitation steht im englischen Sprachraum für das, was im deutschsprachigen Sprachraum als "Businessmoderation" bezeichnet wird (vgl. www.facilitation.com). Graphic Facilitation hingegen ist ein Moderationsansatz, der von David Sibbet (San Francisco) entwickelt wurde. Hier wird Visualisierung, über sogenannte "Visual Guides", noch viel stärker als in der Businessmoderation ohnehin erforderlich, zur Gestaltung und Begleitung des Moderationsprozesses eingesetzt. Der Begriff der sogenannten

Moderationsmethode steht für Moderationsmethoden oder besser Moderationsdesigns, von Appreciative Inquiry (David L. Cooperrider) bis Zukunftswerkstatt (Robert Jungk), von Open Space (Harrison Owen) über die SIX STEPS ® (Josef W. Seifert) bis WorldCafé (Juanita Brown ). Manche Ansätze, wie etwa Open Space oder WorldCafé, haben regelrecht eine "Fangemeinde" in der Moderations-Szene. MODERATIOnsMETHODE ® ist die Bezeichnung für eine spezielle Art der Moderation, die erstmals 1989 in dem Buch "Visulisieren - Präsentieren - Moderieren" (GABAL Verlag, Offenbach), in mehrere Sprachen übersetzt und über 400.000 mal verkauft!) vorgestellt wurde. Sie verwendet den Seifert´schen "Moderationszyklus" als Basis-Struktur für den kompletten Moderationsprozess, für die Entwicklung von „Dramaturgien des Wandels“ und schlägt konkrete Basismethoden für jeden Moderationsschritt vor. "Wenn man konsequent nach der MODERATIOnsMETHODE ® arbeitet, kann man gar nicht verhindern, zu Ergebnissen zu kommen!" (Moderator Josef W. Seifert).

Moderationszyklus© bezeichnet in der Businessmoderation das Framework, das eine Workshop-Moderation in die SIX STEPS ® "Einsteigen", "Sammeln", "Auswählen", "Bearbeiten", "Planen" und "Abschließen" strukturiert. Je Thema werden die einzelnen Moderationsschritte mit geeigneten Methoden oder Moderationstechniken gefüllt. Das wird bei einem Team-"Boxenstopp" anders sein, als bei einem Strategie-Workshop und sich unterscheiden von den Moderations-Detail-Methoden einer Konfliktklärung.

Besprechungsmoderation ist die Anwendung der MODERATIOnsMETHODE ® in der / für die Meeting-Situation am Tisch, die klassische Besprechung. Dafür gilt es spezielle Grundsätze oder Tipps zu beachten, die aber keine eigene Methodik begründen. Vielmehr geht es um die konsequente Nutzung dessen, was auch für die Workshop-Moderation gilt.

Moderationstraining steht für mehrstündige Kompaktseminare mit Überblickscharakter, bis zu mehrteiliger Ausbildung in Moderation. Begriffe, wie Moderationsausbildung, Moderatorentraining, Moderation lernen, Moderatorenausbildung, Moderieren lernen und Moderationsseminar reihen sich unter dem Begriff Moderationstraining ein. Was angeboten wird ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich, sowohl in der Quantität als auch in der Qualität.

Teamcoaching bezeichnet ein Arbeiten mit Teams, das früher in aller Regel als Teamentwicklung bezeichnet wurde. Es reicht von der Gestaltung und Moderation von Teamfindungsprozessen bis zum "Boxenstopp" zur Reflexion des Miteinanders im Team.

Konfliktmoderation steht, wie Konfliktklärung, Konfliktmediation oder Konfliktmanagement für "Vermittlung im Konflikt". Gemeint ist vor allem das Arbeiten mit Teams, wenn der Sand im Teamgetriebe schon unüberhörbar geworden ist. Anlass für eine Klärungshilfe im Konflikt kann auch sein, dass bereits Rivalitäten und Streit offensichtlich sind. Konfliktmoderation ist ein Moderationsansatz zur Konfliktbearbeitung. Synonyme dafür sind Mediation, Businessmediation, Konfliktmanagement, Konfliktklärung, Klärungshilfe, Gewaltfreie Kommunikation oder auch Konfliktcoaching und Konfliktlösung. Was sich im einzelnen hinter dem jeweiligen Begriff verbirgt, welches Selbstverständnis und welche Arbeitsweise, ist je nach Moderator / Berater / Coach unterschiedlich.

Projektmoderation bezeichnet die Gestaltung und Moderation von Projektarbeit ohne Nutzung spezieller Projektmanagment-Software. Im Zentrum steht hier die konkrete, partizipative Problemlösearbeit, gemeinsam mit dem Projektteam, in moderierter Form. Projektmoderation ist ein von Josef W. Seifert und Kollegen entwickelter Moderationsansatz zur Verknüpfung von klassischem Projektmanagement mit Business-Moderation.

Prozessmoderation wird als Synonym für Moderationsprozess verwendet. Gemeint ist damit in aller Regel nicht Prozessberatung in Abgrenzung zur Fachberatung. Prozessberatung wird sich der "Prozessmoderation" bedienen. Profimoderation, Premiummoderation, Top-Moderation, Moderation de luxe, etc. sind in aller Regel Marketing-Begriffe, die keine inhaltlichen Merkmale beschreiben.

E-Moderation weist, in Anlehnung an E-Learning, darauf hin, dass hier mit elektronischen Medien gearbeitet wird. Das kann einerseits Internet-Moderation im virtuellen Moderationsraum und andererseits die Nutzung von PC-Systemen zur Gestaltung und Grossgruppen-Moderation von Großgruppen-Events sein.

Großgruppenmoderation meint, wie es der Begriff schon vermuten lässt, die Arbeit mit großen Gruppen, in aller Regel von 200+ Personen. Zu den bekanntesten Ansätzen der „Grossformen der Moderation“ gehören "Offene Runden / Open-Space" und "Konferenz des Wandels / Real Time Strategic Change (RTSC)" sowie "Future Search Konferenz / Zukunftskonferenz".

Grossformen der Moderation meint Grossgruppenmoderation, von Appreciative Inquiry über offene Runden (Open Space) bis Zukunfts-Szenario und ist kein eigener Ansatz.

KVP-Moderation steht für die Gestaltung und Moderation von Prozess-Optimierung nach dem Ansatz: "KAIZEN" oder "Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess", kurz KVP genannt. Träger des Prozesses sind die Mitarbeiter, die in sogenannten "Mitarbeitergruppen" kontinuierlich an Prozessverbesserungen arbeiten: eBook (kostenloser Download).

Moderationsmaterial bezeichnet das typischerweise zur Gestaltung und Moderation von Gruppengesprächen eingesetzte Equipment und Verbrauchsmaterial. Dazu gehören Pinnwand, Flip-Chart, Pinnwand-Papier, Flipchart-Papier, Filzstifte oder "Trainer-Marker", Moderationskarten, Klebepunkte, Nadeln etc. Das Verbrauchsmaterial ist in aller Regel in einem "Moderationskoffer" oder "Moderatorenkoffer" untergebracht: mehr...

Moderationsschrift ist eine spezielle Form der "Calligraphy-Schrift", die in der Moderation Verbreitung gefunden hat. Man kann sie im Visualisierungstraining, Präsentationstraining oder Moderationstraining lernen. Zwischenzeitlich gibt es auch einen speziellen Computer-Schriftfont für PC und MAC (kostenloser Download).

WorldWork ist ein ModerationsDesign zur Großgruppen-Prozessbegleitung, das von Arnold und Amy Mindell und Team entwickelt worden ist.

Strategie-Moderation bezieht sich auf die Moderation von Workshops zur Erarbeitung einer Strategie. Diese Arbeit ist in aller Regel eingebettet und umfasst die Schritte Mission, Vision, Leitbild, Strategie, Struktur und Prozesse. Die Moderation wird etwa nach den SIX STEPS® strukturiert.

Change Management ist kein geschlossener Ansatz, sondern steht für das „Managen“ eines Veränderungsprozesses, im Rahmen der Organisationsentwicklung, von der Konzeption über die Realisierung und die Mobilisierung der Mitarbeiter bis hin zur Sicherung der Nachhaltigkeit. Business Moderation / Facilitation ist ein zentrales Instrument des Changemanagement, da es nach dem Motto der Organisationsentwicklung „Betroffene zu Beteiligten machen!“ darum geht, Gesprächsrunden zu gestalten und zu moderieren; von der Vorstandsklausur bis zur Mitarbeiterkonferenz.

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MODERATION


1 Begriffsklärung Moderation

Der Begriff Moderation ist ein Urwort des Menschen, das zu unterschiedlichen Zeiten für Unterschiedliches stand. Verfolgt man das Wort Moderation vom Maß der Griechen, über das Augenmaß der Römer, die Mäßigkeit der Mönche, die Maße des mittelalterlichen Richters, den maßvollen Fürsten bis hin zum mittelmäßigen Bürger und dem unmäßigen Schwätzer in unseren Tagen, so hat Moderation immer etwas mit Messen, Maß halten, Mäßigen zu tun gehabt (vgl. Ziegler, 1992). Letzteres trifft auch heute den Bedeutungskern.


2 Verwendung des Begriffes

Prozessgestaltung: Der Begriff Moderation wird heute vor allem als Synonym für „Prozessgestaltung“ verwandt; der Prozessgestalter wird als Moderator bezeichnet. Dabei schwingt immer die historisch gewachsene Bedeutung des Mäßigens mit. Mäßigen kann man indessen nur dort, wo etwas Gegenläufiges stattfindet. Das Mäßigen ist also ein spezielles Tun oder Agieren und als solches integraler, ja kennzeichnender Faktor einer speziellen Art von Prozessgestaltung. Man findet den Begriff auch in den Bereichen Unterhaltung, wo der Moderator im wesentlichen die Aufgabe hat, zwischen den inhaltlichen Teilen einer Veranstaltung „rhetorische Brücken“ zu bauen, im Bereich Information und Journalismus, wo der Moderator in Veranstaltungen mit Gästen versucht, für ein Publikum Informationen zu generieren sowie im Rahmen von Problembearbeitungsprozessen im privaten, öffentlichen und Businessbereich. Bei letzteren Bereichen geht es stets darum partizipativ Probleme zu bearbeiten und zu lösen.

Kommunikation und Gruppengespräche: Inhaltlich geht es bei Moderation im Allgemeinen immer um die Gestaltung von Kommunikationsprozessen und im engeren Sinne um die Gestaltung von Gruppengesprächen. Vom Gesprächsleiter, dem Moderator, wird dabei erwartet, dass er sich aus der inhaltlichen Arbeit heraushält, sich auf die Gestaltung bzw. Lenkung des Kommunikationsprozesses konzentriert und dabei auf die Beteiligten mäßigend einwirkt, so dass das Gespräch nicht zum Streitgespräch wird, nicht rhetorisch Starke dominieren, nicht der eine oder andere Aspekt zu viel Raum bekommt oder die Gruppe vom Thema abschweift etc. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, er hat die Aufgabe mäßigend zu wirken und darauf zu achten, dass der Kommunikationsprozess strukturiert und zielgerichtet abläuft.

Direkte oder indirekte Moderation: Vor allem in den Bereichen „Unterhaltungsmoderation“ und „journalistische Informationsmoderation“ richten sich Veranstaltungen häufig per TV oder Rundfunk und Internet an ein größeres Publikum, so dass es also - über den Kreis der Akteure hinaus - eine „Zuschauer-Ebene“ gibt. Deshalb könnte man die Anwendungsbereiche zusätzlich in die Bereiche „direkt“ (Veranstaltungs- bzw. Live-Moderation) und „indirekt“ (Medien-Moderation) unterteilen.


3 Sozialpsychologische Relevanz

Wie dargestellt, wird auch im Unterhaltungsbereich der Begriff Moderation benutzt, da es in dem Bereich aber nicht um die Vermittlung zwischen konträren Positionen geht, ist der Begriff hier nicht wirklich passend. Im Unterhaltungsbereich wird nicht - dem Wortsinn gemäß - „moderiert“. Im Rahmen journalistischer Moderation und Information hingegen, geht es um „Vermittlung“ zwischen Sichtweisen und Positionen und der redlich um Information bemühte Journalist, wird um Ausgewogenheit bemüht sein (vgl. Jäger, 1999). Die Inhalte der Gespräche werden aber in aller Regel für die Gesprächspartner nur indirekt relevant sein: Die neue Umgehungsstraße, die angedachte Beruhigung der Innenstadt oder das geplante Outlet-Center betreffen die am Gespräch Beteiligten in ihren sozialen Bezügen nur mittelbar. Gesprächsteilnehmer. Für die Betrachtung der Gestaltung von Kommunikations- und Interaktionsprozessen im Rahmen angewandter Sozialpsychologie sind aber vor allem die Anwendungsfelder von Moderation relevant, in denen die Gesprächsinhalte und -resultate direkt mit dem sozialen Geschehen der am Gespräch Beteiligten zu tun haben, sich die Gesprächsteilnehmer also auf einen „modus vivendi“ für das weitere, konkrete Zusammenwirken einigen müssen. Dies bedeutet, dass für die Akteure die Merkmale für eine soziale Gruppe gelten müssen, wie:

• Gemeinsames Gruppenziel
• Zusammenhalt / Kohäsion
• Ein gewisses Maß an Konformität
• Innere Struktur / Rollendifferenzierung
• Face-to-face-Kontakt / Interaktionen
• Spezifische soziale Regeln / Normen
• Abgrenzung nach außen / „Wir-Gefühl“(vgl. Ardelt-Gattinger, 1998).

Die Kennzeichen für eine soziale Gruppe sind vor allem im Bereich der „Problembearbeitung“ gegeben. Hier werden Betroffene zu Beteiligten dieses Prozesses. Es gibt keine Zuschauer, jeder ist Akteur. Die Arbeit bezieht sich auf das Miteinander der Gruppe, die moderiert wird. Die Teilnehmer stehen nicht nur im Rahmen dieses Prozesses in sozialem Kontakt, sondern sie haben als Gruppe eine gemeinsame Vergangenheit und eine gemeinsame Zukunft. Die Ergebnisse und Beschlüsse der Themenbearbeitung wirken auf die soziale Gruppe unmittelbar zurück.

Bei Problemlösemoderationen im öffentlichen Bereich gilt das für journalistische Moderation Gesagte. Wenn etwa die Beteiligten in einer „Zukunftskonferenz“ eine Vision für ihre Stadt oder Region entwickeln und keine Entscheidungen treffen können, die unmittelbar mit ihren sozialen Bezügen zueinander zu tun haben, dann ist die Verwendung des Begriffes „Moderation“ nicht korrekt. Anders hingegen, wenn es sich im „halböffentlichen Raum“ etwa um eine Vereinsversammlung handelt. Wenn sich die Freiwillige Feuerwehr oder der Kegelclub zur Besprechung und Lösung von internen Problemen trifft, so sind die genannten Kriterien für eine soziale Gruppe gegeben und es kann von Moderation im eigentlichen Sinne gesprochen werden. Trennendes zusammenführen: Die Tätigkeit des Moderierens ist nur dort sinnvoll und erforderlich, wo etwas (zumindest tendenziell) Trennendes vorliegt, das zusammengeführt werden muss bzw. soll, um ein bestehendes Problem zu lösen oder ein angestrebtes Ziel zu erreichen. Nur im Rahmen der Gestaltung von Problembearbeitungsprozessen kann von Moderation im engeren Sinne gesprochen werden. In allen anderen Bereichen ist der Begriff Moderation nur in soweit zutreffend, als die als „Moderator“ agierende Person keine eigene Meinung in den Kommunikationsprozess einbringt und ausschließlich als Prozessgestalter wirkt.


4 Problemlösemoderation

Problemlösemoderation findet sowohl im sozialen Bereich (Stichwort „Familientherapie“) als auch im Businessbereich (Stichwort „Organisationsentwicklung“) statt. Dazwischen lässt sich ein öffentlicher Bereich (Stichwort „Kommunalentwicklung“) ausmachen. Der in den jeweiligen Bereichen tätige „Problemlösehelfer“ wirkt als Moderator im skizzierten Sinne. Für das konkrete Tun des Vermittelns zwischen unterschiedlichen Sichtweisen, Strebungen und Wünschen werden jedoch unterschiedlichste Methoden angewandt. Während im sozialen Bereich das Methodenrepertoire psychotherapeutischer Schulen Anwendung findet und der Problemlösehelfer als Therapeut bezeichnet wird, so wird im Organisations-/Businessbereich eher mit der „Moderationsmethode“ gearbeitet und der Problemlösehelfer als Moderator bezeichnet. Im therapeutischen Geschehen hingegen dürfte das Arbeiten mit der sogenannten „Moderationsmethode“ eher die Ausnahme darstellen, genauso sind im Businessbereich Interventionstechniken aus dem therapeutischen Bereich weniger üblich bzw. angemessen; zweifelsohne gibt es aber Überschneidungen: Ein (Familien-)Therapeut arbeitet auch im Businessbereich oder ein Organisationsentwickler arbeitet auch als Teamentwickler oder Konfliktmoderator; jemand betreut Unternehmerfamilien sowohl im Business- als auch im Privatbereich... Spricht man von (Problemlöse-)Moderation, so ist damit in aller Regel Problemlösearbeit in Organisationen, also im Businessbereich gemeint. Obwohl die entsprechenden Methoden in zunehmendem Maße auch im öffentlichen Bereich Anwendung finden, kann man auch hier von Ansätzen der „Businessmoderation“ sprechen. <5>Konfliktbearbeitung. Ein Spezialfall der Businessmoderation ist die Konfliktbearbeitung. Hier überschneidet sich Moderation mit Aufgabenfeldern, wie Konfliktmanagement, Klärungshilfe und Mediation oder kurz „Konfliktbehandlung“ (vgl. Glasl, 1999).


5 Ansätze der Businessmoderation

Der Begriff Moderation wird innerhalb des Businessbereiches häufig als Synonym für „Gestaltung“ verwandt. So verwendet etwa Wohlgemuth (vgl. Wohlgemuth, 1993) den Begriff Moderator als Synonym für Unternehmens- / Organisationsberater. Er fasst den Begriff innerhalb des Businessbereiches also relativ weit. Folgt man dieser Definition, so kann er - in Anlehnung an Edgar Scheins klassische Unterteilung zwischen Experten- und Prozessberatung - allgemein für „Gestaltung von Problemlöseprozessen“ stehen. Der Gestalter, der Moderator, ist zwar auch hier der mäßigend wirkende, zwischen Standpunkten und Sichtweisen vermittelnde Lenker, jedoch weit mehr als ein „Gesprächsleiter“. Man könnte den Moderator hier auch als „speziellen Unternehmensberater“, „systemischen Organisationsberater“ oder „Change-Manager“ bezeichnen. Das andere Ende der Skala der Businessmoderation wird durch die „Moderation per Moderationsmethode“ definiert. Hier wird der Begriff Moderation am engsten gefasst. Moderation meint in diesem Fall ausschließlich die Gestaltung von Gruppengesprächen „zur Meinungs- und Willensbildung“ (vgl. Klebert et al., 1991) und knüpft diese zudem an bestimmte Merkmale.

Bei der Gestaltung von Problemlöseprozessen allgemein (weitere Auslegung des Begriffes Moderation im Businessbereich) findet das Methodenrepertoire der Unternehmens-/ Organisationsberatung Anwendung. Das Know-how zur Gestaltung von Gruppengesprächen spielt dabei eine zentrale Rolle. Die „Moderationsmethode“ (engere Auslegung des Begriffes Moderation im Rahmen der Businessmoderation) ist in diesem Kontext eine (vielleicht sogar die) zentrale Methode zur Gestaltung von Gruppengesprächen.


6 Die Moderationsmethode(n)

Entscheidertraining: In den 60er Jahren wurde vom „Quickborner Team“ (einer Unternehmensberatungsgesellschaft für Bürogestaltung und Bürokommunikation) und dessen Folgeorganisationen eine spezielle Art entwickelt, Gruppengespräche zu gestalten. Es entstanden – aus einem sogenannten „Entscheidertraining“, das zum Ziel hatte, Entscheidungsfindungsprozesse möglichst partizipativ und geordnet ablaufen zu lassen – die „Metaplan®-Methode“ und die „ModerationsMethode“ als spezielle Formen der Gestaltung von Gruppengesprächen.
Diese wurden in der Folge von zahlreichen Beratern und Trainern variiert und weiterentwickelt; meist wurde dafür die Bezeichnung „Moderationsmethode“ benutzt. Was heute unter dieser Bezeichnung angeboten wird ist nahezu unüberschaubar. Auch die einschlägige Literatur ist äußerst unterschiedlich in ihrer Darstellung und so vielfältig wie die Praxis: „Erlaubt ist, was gefällt.“

Standardisierte Methoden: Als „standardisierte“ Moderationsmethoden entstanden – über die genannten Ansätze hinaus – im deutschsprachigen Raum etwa die MODERATIOnsMETHODE® (Seifert) und im angelsächsischen Raum Ansätze, wie z.B. „Future Search Conference“ (Weisbord), „Real Time Strategic Change (RTSC)“ (Jacobs), „Open Space“ (Owen).

Offene und zweckgebundene Ansätze: Die genannten standardisierten Moderationsmethoden kann man in die zwei Kategorien „Offene Ansätze“ und „Zweckgebundene Ansätze“ teilen. Während es bei den offenen Ansätzen innerhalb eines Generalthemas offen bleibt, wofür eine Gruppe die angebotene Methodik nutzt, ist bei den zweckgebundenen Ansätzen vorgegeben, wofür sie genutzt werden sollen und können.


7 Gemeinsamkeiten

Die Liste der skizzierten Ansätze ließe sich verlängern. Bei allen Unterschieden im Detail gibt es aber einen, die Moderationsmethode(n) als solche kennzeichnenden, „Wesenskern“, der durch Merkmale gekennzeichnet ist, wie:

• Einnehmen einer speziellen Grundhaltung
• Sitzordnung und Raumgestaltung
• Spezielle Medien und Hilfsmittel
• Prozessbegleitende Visualisierung
• Arbeiten nach speziellen Designs
• Einbeziehen möglichst vieler Betroffener
• Angemessene Dauer


Einnehmen einer speziellen Grundhaltung

Fragen und Verstehen. Moderatorisches Tun kann nur aus der humanistischen Grundüberzeugung heraus gelebt werden, dass alle Menschen unterschiedlich aber gleich viel wert sind; nur so kann der Moderierende „allparteilich“ sein. Des Weiteren muss er eine konstruktivistische Weltsicht haben und Organisationen sowie Gruppen als soziale Systeme verstehen. Denn nur eine Grundhaltung die davon ausgeht, dass Wirklichkeit subjektiv ist und Problemen meist nicht monokausale Ursache-Wirkungs-Ketten zugrunde liegen, gibt dem Bemühen des Vermittelns und Zusammenführens Sinn. Sie führt weg von einer Haltung des Wissens und Überzeugenwollens, hin zu einer Haltung des Fragens und Verstehenwollens.

Sitzordnung und Raumgestaltung

Moderation ist ein Werkzeug zur Gestaltung von Beteiligung. Sie ist darauf angelegt, Begegnung und Miteinander zu ermöglichen. Dazu wird stets eine offene Raum- und Sitz-„Architektur“ geschaffen, die es allen Teilnehmern ermöglicht, dass möglichst jeder jeden sehen kann. Die Idealform ist der offene Stuhlkreis bzw. der Stuhlkreis in U-Form ohne Tische. Dadurch fällt die physische Barriere zwischen den Teilnehmern weg; man sitzt sich „offen“ gegenüber und kann (im Bedarfsfalle) ungehindert nach vorne zu den Medien gehen und etwas visualisieren.

Spezielle Medien und Hilfsmittel

Moderation bedarf spezieller Medien und Hilfsmittel, wie Pinwand, Flip-Chart und Moderationsmaterial. Der Einsatz dieser Medien und Hilfsmittel ermöglicht das Arbeiten mit speziellen teilnehmeraktivierenden Techniken, wie etwa der bekannten „Kartenabfrage“. Das Arbeiten mit Papier und Filzstiften hat eine eigene Qualität, fernab der künstlichen Welt des Computers und Beamers & Co.

Prozessbegleitende Visualisierung

„Im normalen Sprechverkehr kann ein Zuhörer maximal 8 Bit pro Sekunde verstehend empfangen. Der Sprecher ist jedoch in der Lage, etwa 60 Bit pro Sekunde zu erzeugen. Das bedeutet, dass Sprechen in informativer Absicht hochredundant sein muss“ (vgl. Lay, 1978). Da dies aber die wenigsten von uns in einem (vielleicht hitzigen) Gruppengespräch beherzigen (können), muss die Information komprimiert und visualisiert werden, um das einmal Gesagte dauerhaft zur Verfügung zu haben. Es entsteht sichtbar(!) der „rote Faden“. Außenstehende können jederzeit in den Stand der Diskussion eingeführt werden. Experten können ihren Beitrag auf den Stand der Gruppe abstimmen. Außenstehende und Nicht-Teilnehmer können jederzeit leicht über Verlauf und Ergebnis der Arbeit informiert werden. Wesentlich ist dabei, dass die Visualisierung kontinuierlich für alle Gesprächsteilnehmer sichtbar ist. Dadurch tritt die Nutzung von Overhead-Projektoren, Beamern etc. in den Hintergrund; es werden (vor allem) die bereits angesprochenen Medien Pinwand und Flip-Chart verwandt.

Arbeiten nach speziellen Designs

Moderation ist immer nach einem „zeitlichen Phasenmodell“ gegliedert. Es gibt dabei stets eine Eröffnungsphase, eine Phase der Themenbearbeitung und eine Phase des Abschließens. Welche Phasen zu gestalten sind und wie dies im Einzelnen zu geschehen hat, ist für jedes einzelne Modell in der Methodenübersicht kurz skizziert. Manche Ansätze sind inhaltlich offen, andere für spezifische Zwecke gedacht, wie etwa der Erarbeitung eines gemeinsamen Zukunftsbildes.

Einbeziehen möglichst vieler Betroffener

Businessmoderation dient der Problembearbeitung und Problemlösung. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die zeitgleiche Einbeziehung möglichst aller von einem Problem betroffenen Personen. Das können wenige Menschen aber auch mehrere hundert Personen sein. Ist dies nicht möglich, so soll die Arbeitsgruppe möglichst einen repräsentativen Querschnitt der Interessentengruppen darstellen um eine möglichst hohe Partizipation und Akzeptanz für die Aktivitäten zu erreichen.

Angemessene Dauer

Ein Gruppengespräch muss stets eine angemessene Dauer haben. Diese kann, abhängig vom Thema, den Rahmenbedingungen und der jeweiligen Zielsetzung von einigen Stunden bis zu einigen Tagen reichen. Während Routinezusammenkünfte eher nur einige Stunden andauern, gehen moderierte Workshops und Großgruppenkonferenzen von zwei bis maximal fünf Tagen.


8 Anwendungsrahmen und Nutzen

Die Erkenntnis, dass Moderation einen praktischen Nutzen hat, ist theoretisch kaum abgesichert. Ein Beleg findet sich etwa bei Myhsok: „Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich auf die Leistung von Gesprächsgruppen positiv auswirkt, wenn sich der Gesprächsleiter als Fachmann für Wege und Abläufe und nicht als Experte für den Gesprächsinhalt versteht“ (vgl. Myhsok, 1993). Der Verbreitungsgrad der Moderationsmethode/n und die damit gemachten guten praktischen Erfahrungen belegen aber, dass die Anwendung dieser Methodik durchaus Sinn macht. In besonderem Maße ist dies gegeben, wenn die Kommunikationssituation so ist, dass

• die Bearbeitung eines Themas und die Lösung eines Problems nicht „einsam am grünen Tisch“ erfolgen kann oder soll, sondern der Einbezug (möglichst) aller Betroffenen erforderlich und gewünscht ist.
• es besonders wichtig ist, dass jeder der Beteiligten sich uneingeschränkt auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren kann.
• das Thema zu „heiß“ ist, oder jeder der Beteiligten emotional stark involviert ist.
• bereits Fronten bestehen und die Bearbeitung des Themas „festgefahren“ ist.

Businessmoderation ist ein mächtiges Instrument zur eigenverantwortlichen Visions-, Strategie- und Optimierungsarbeit in Organisationen, von der „Zukunftskonferenz“ über „KVP-Arbeit“ bis hin zur Konfliktklärung. Sie baut dabei auf die Fertigkeiten sowie die Kreativität der Mitarbeiter und Führungskräfte und nutzt so vorhandenes Know-how für maßgeschneiderte Lösungen.

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Zitierte Literatur

Ardelt-Gattinger, E. et al. (1996). Gruppendynamik – Anspruch und Wirklichkeit der Arbeit in Gruppen (1. Aufl.). Göttingen: Verlag für Angewandte Psychologie. Cooperrider, D. & Whitney, D. (1999). Appreciative Inquiry – Collaborating for Change (1. Aufl.). San Francisco: Berret-Koehler Communications, Inc. Glasl, F. (1999). Konfliktmanagement – Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater (6. Aufl.). Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben. Jacobs, R. (1994). Real Time Strategic Change (1. Aufl.). San Francisco: Berrett-Koehler Publishers, Inc. Jäger, M. (1999). Moderationstraining – Wie Zeitung ihren Lesern näher kommt. Bonn: ZV-Schriftenreihe „Seminarpraxis“, Band 1, ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH. Klebert, K. et al. (1991). ModerationsMethode – Gestaltung der Meinungs- und Willensbildung in Gruppen, die miteinander lernen und leben, arbeiten und spielen (5. Aufl.). Hamburg: Windmühle GmbH – Verlag und Vertrieb von Medien. Lay, R. (1978). Führen durch das Wort (2. Aufl.). München: Wirtschaftsverlag Langen-Müller/Herbig. Myhsok, A. (1993). Gesprächsgruppen in Organisationen – Gründe für Erfolge und Misserfolge (1. Aufl.). Konstanz: Hartung-Gorre Verlag. Owen, H. (2001). Open Space Technology – Ein Leitfaden für die Praxis. Stuttgart: J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH. Schnelle, E. (1988) Fibel zur Metaplantechnik – Wie man mit der Metaplantechnik Gruppengespräche moderiert. Quickborn: Metaplan GmbH. Seifert, J. (2002). Visualisieren, Präsentieren, Moderieren (19. Aufl.). Offenbach: GABAL Verlag GmbH. Weisbord, M. & Janoff, S. (1995). Future Search – An Action Guide to Finding Common Ground in Organizations & Communities (1. Aufl.). San Francisco: Berrett-Koehler Publishers, Inc. Wohlgemuth, A. (Hrsg.) (1993). Moderation in Organisationen – Problemlösemethode für Führungskräfte und Berater (1. Aufl.). Bern: Verlag Paul Haupt Berne. Ziegler, A. (1992). Wer moderieren will, muß Maß nehmen und Maß geben – Kulturgeschichtliche Hinweise zum heutigen Verständnis der Moderation. Gruppendynamik – Zeitschrift für angewandte Sozialpsychologie, 23 (3), 215-236

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