Moderation - Mediation - Coaching


Moderation & Moderationstraining


Moderation von Business-Meetings:
Live-Moderation | E-Moderation | Moderation von 2 bis 2000
Menschen | Ausbildungen und Trainings für Führungskräfte,
Projektleiter, Moderatoren und Trainer.
MODERATIO: Führend in Moderation!


Frankfurt – Hamburg – Ingolstadt – Lissabon – Magdeburg – München – Passau – Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


MODERATIO® ist ein 1987 gegründetes Beratungsunternehmen mit Büros in Deutschland, Österreich und der Schweiz und den Standorten Frankfurt – Ingolstadt – Kiel – München – Passau – Wien – Zürich . Wir arbeiten für deutsche Organisationen im weltweiten Einsatz in den Arbeitssprachen Deutsch und Englisch. Zu unseren Kunden gehören kleine, regional tätige Teams ebenso, wie große, renommierte und international tätige Organisationen. Unser Beratungsansatz ist geprägt von Moderation. Wir fühlen uns dabei in besonderem Maße dem Ursprung des Wortes verpflichtet: moderatio [lat.] das rechte Maß, die Mitte finden, aber auch Lenkung, Leitung. Wir gestalten und leiten Klärungsgespräche zwischen zwei Personen ebenso, wie Vorstands-Klausuren oder Führungskräfte-Workshops sowie Mitarbeiter-Foren mit mehreren hundert Teilnehmern. Unsere Profession ist dabei die sach-logisch korrekte konzeptionelle Arbeit und andererseits die professionelle psycho-logische Vermittlung zwischen den Denkwelten der Know-how-Träger um von allen gleichermaßen getragene Antworten zu er-finden. Wir bringen dafür das geeignete, methodische Framework sowie professionelles, moderatorisches Geschick in den gemeinsamen Arbeitsprozess ein. Durch die angegliederte Werbeagentur moderatioGrafik© sind wir in der Lage Veränderungsprojekte auch durch passgenaue Unternehmenskommunikation zu begleiten. Darüber hinaus qualifizieren wir Menschen die Menschen (an)leiten, Führungskräfte, Projektleiter, Moderatoren und Referenten in Techniken der Moderation und zeitgemäßer Mitarbeiterführung. Unser Firmensitz ist Pörnbach in Bayern. Bestehende Standorte sind Frankfurt, Ingolstadt, Kiel/Hamburg, München, Passau und Wien. Geplante Standorte sind Berlin, Dresden, Düsseldorf, Wiesbaden und Zürich. Wir decken damit Süddeutschland ebenso ab, wie Ostdeutschland und Norddeutschland und sind auch in Österreich und der Schweiz vertreten.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moderation kommt von [lat.] moderatio und steht für „das rechte Maß, Mäßigung, Lenkung, Leitung“.

 

Im Bereich Moderation gibt es sehr viele Begriffe, die zum Teil schwer einzuordnen sind, weil sie synonym verwandt werden, sich überschneiden oder auch schlicht falsch benutzt werden. Wir versuchen hier vorab einige Begriffe einzuordnen. Einem leichteren Schreiben geschuldet ist im folgenden Text jeweils vom Moderator die Rede, gemeint ist natürlich immer auch die Moderatorin.

 

Grundsätzliches; der Begriff Moderation steht im deutschsprachigen Raum sowohl für Unterhaltungsmoderation und journalistische Moderation in "Funk und Fernsehen", als auch für Businessmoderation im Sinne partizipativer Problembearbeitung, die in aller Regel im organisationalen Kontext stattfindet. Der Leiter wird in allen Bereichen als Moderator bezeichnet. Der Begriff an sich kommt aus dem Lateinischen, dazu hier gerne mehr...

 

Moderator bezeichnet dabei den Leiter eines Gruppengespräches oder "Events". Im deutschsprachigen Raum wird nicht zwischen dem Leiter einer Unterhaltungsmoderation einer journalistischen Diskussionsrunde oder der Leitung eines Workshops unterschieden. Im Englischen hingegen wird der Leiter je Bereich unterschiedlich benannt. So heisst der Moderator im Unterhaltungsbereich Host, im journalistischen Bereich ist vom Moderator die Rede und im Businessbereich ist es der Facilitator, der den Gruppenprozess steuert.

 

Facilitation steht im englischen Sprachraum für das, was im deutschsprachigen Sprachraum als "Businessmoderation" bezeichnet wird (vgl. www.facilitation.com). Graphic Facilitation hingegen ist ein Moderationsansatz, der von David Sibbet (San Francisco) entwickelt wurde. Hier wird Visualisierung, über sogenannte "Visual Guides", noch viel stärker als in der Businessmoderation ohnehin erforderlich, zur Gestaltung und Begleitung des Moderationsprozesses eingesetzt. Der Begriff der sogenannten

 

Moderationsmethode steht für Moderationsmethoden oder besser Moderationsdesigns, von Appreciative Inquiry (David L. Cooperrider) bis Zukunftswerkstatt (Robert Jungk), von Open Space (Harrison Owen) über die SIX STEPS ® (Josef W. Seifert) bis WorldCafé (Juanita Brown ). Manche Ansätze, wie etwa Open Space oder WorldCafé, haben regelrecht eine "Fangemeinde" in der Moderations-Szene. MODERATIOnsMETHODE ® ist die Bezeichnung für eine spezielle Art der Moderation, die erstmals 1989 in dem Buch "Visulisieren - Präsentieren - Moderieren" (GABAL Verlag, Offenbach), in mehrere Sprachen übersetzt und über 400.000 mal verkauft!) vorgestellt wurde. Sie verwendet den Seifert´schen "Moderationszyklus" als Basis-Struktur für den kompletten Moderationsprozess, für die Entwicklung von „Dramaturgien des Wandels“ und schlägt konkrete Basismethoden für jeden Moderationsschritt vor. "Wenn man konsequent nach der MODERATIOnsMETHODE ® arbeitet, kann man gar nicht verhindern, zu Ergebnissen zu kommen!" (Moderator Josef W. Seifert).

 

Moderationszyklus© bezeichnet in der Businessmoderation das Framework, das eine Workshop-Moderation in die SIX STEPS ® "Einsteigen", "Sammeln", "Auswählen", "Bearbeiten", "Planen" und "Abschließen" strukturiert. Je Thema werden die einzelnen Moderationsschritte mit geeigneten Methoden oder Moderationstechniken gefüllt. Das wird bei einem Team-"Boxenstopp" anders sein, als bei einem Strategie-Workshop und sich unterscheiden von den Moderations-Detail-Methoden einer Konfliktklärung.

 

Besprechungsmoderation ist die Anwendung der MODERATIOnsMETHODE ® in der / für die Meeting-Situation am Tisch, die klassische Besprechung. Dafür gilt es spezielle Grundsätze oder Tipps zu beachten, die aber keine eigene Methodik begründen. Vielmehr geht es um die konsequente Nutzung dessen, was auch für die Workshop-Moderation gilt.

 

Moderationstraining steht für mehrstündige Kompaktseminare mit Überblickscharakter, bis zu mehrteiliger Ausbildung in Moderation (Ausbildung Moderation / Ausbildung zum Moderator). Begriffe, wie Moderationsausbildung, Moderatorentraining, Moderation lernen, Gruppen moderieren, Moderatorenausbildung, Moderieren lernen und Moderationsseminar reihen sich hier ein. Was angeboten wird ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich, sowohl in der Quantität als auch in der Qualität.

 

Teamcoaching bezeichnet ein Arbeiten mit Teams, das früher in aller Regel als Teamentwicklung bezeichnet wurde. Es reicht von der Gestaltung und Moderation von Teamfindungsprozessen bis zum "Boxenstopp" zur Reflexion des Miteinanders im Team.

 

Konfliktmoderation steht, wie Konfliktklärung, Konfliktmediation oder Konfliktmanagement für "Vermittlung im Konflikt". Gemeint ist vor allem das Arbeiten mit Teams, wenn der Sand im Teamgetriebe schon unüberhörbar geworden ist. Anlass für eine Klärungshilfe im Konflikt kann auch sein, dass bereits Rivalitäten und Streit offensichtlich sind.

 

Projektmoderation bezeichnet die Gestaltung und Moderation von Projektarbeit ohne Nutzung spezieller Projektmanagment-Software. Im Zentrum steht hier die konkrete, partizipative Problemlösearbeit, gemeinsam mit dem Projektteam, in moderierter Form. Projektmoderation ist ein von Josef W. Seifert und Kollegen entwickelter Moderationsansatz zur Verknüpfung von klassischem Projektmanagement mit Business-Moderation.

 

Prozessmoderation wird als Synonym für Moderationsprozess verwendet. Gemeint ist damit in aller Regel nicht Prozessberatung in Abgrenzung zur Fachberatung. Prozessberatung wird sich der "Prozessmoderation" bedienen. Profimoderation, Premiummoderation, Top-Moderation, Moderation de luxe, etc. sind in aller Regel Marketing-Begriffe, die keine inhaltlichen Merkmale beschreiben.

 

E-Moderation weist, in Anlehnung an E-Learning, darauf hin, dass hier mit elektronischen Medien gearbeitet wird. Das kann einerseits Internet-Moderation im virtuellen Moderationsraum und andererseits die Nutzung von PC-Systemen zur Gestaltung und Grossgruppen-Moderation von Großgruppen-Events sein.

 

Großgruppenmoderation meint, wie es der Begriff schon vermuten lässt, die Arbeit mit großen Gruppen, in aller Regel von 200+ Personen. Zu den bekanntesten Ansätzen der „Grossformen der Moderation“ gehören "Offene Runden / Open-Space" und "Konferenz des Wandels / Real Time Strategic Change (RTSC)" sowie "Future Search Konferenz / Zukunftskonferenz".

 

KVP-Moderation steht für die Gestaltung und Moderation von Prozess-Optimierung nach dem Ansatz: "KAIZEN" oder "Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess", kurz KVP genannt. Träger des Prozesses sind die Mitarbeiter, die in sogenannten "Mitarbeitergruppen" kontinuierlich an Prozessverbesserungen arbeiten: eBook (kostenloser Download).

 

Moderationsmaterial bezeichnet das typischerweise zur Gestaltung und Moderation von Gruppengesprächen eingesetzte Equipment und Verbrauchsmaterial. Dazu gehören Pinnwand, Flip-Chart, Pinnwand-Papier, Flipchart-Papier, Filzstifte oder "Trainer-Marker", Moderationskarten, Klebepunkte, Nadeln etc. Das Verbrauchsmaterial ist in aller Regel in einem "Moderationskoffer" oder "Moderatorenkoffer" untergebracht: mehr...

 

Moderationsschrift ist eine spezielle Form der "Calligraphy-Schrift", die in der Moderation Verbreitung gefunden hat. Man kann sie im Visualisierungstraining, Präsentationstraining oder Moderationstraining lernen. Zwischenzeitlich gibt es auch einen speziellen Computer-Schriftfont für PC und MAC (kostenloser Download).

 

WorldWork ist ein Ansatz zur Grossgruppenmoderation, der von Arnold und Amy Mindell und Team entwickelt wurde. Im Zentrum der WorldWork-Arbeit steht das Interesse an den Selbstorganisationstendenzen und dem Bestreben nach tiefer Demokratisierung.

 

Change Management ist kein geschlossener Ansatz, sondern steht für das „Managen“ eines Veränderungsprozesses, im Rahmen der Organisationsentwicklung, von der Konzeption über die Realisierung und die Mobilisierung der Mitarbeiter bis hin zur Sicherung der Nachhaltigkeit. Business Moderation / Facilitation ist ein zentrales Instrument des Changemanagement, da es nach dem Motto der Organisationsentwicklung „Betroffene zu Beteiligten machen!“ darum geht, Gesprächsrunden zu gestalten und zu moderieren; von der Vorstandsklausur bis zur Mitarbeiterkonferenz.

 

Moderation Berlin, Wien, Zürich, weißt auf die internationale Ausrichtung hin, die sich zumindest auf Deutschland, Österreich und die Scheiz erstreckt.

 

weiter ...

 


 

Und noch etwas zum theoretischen Hintergrund...

 

aus:
Auhagen/Bierhoff (Hrsg.)
Angewandte Sozialpsychologie
BELTZ Verlag, 2003

 

 

MODERATION (Josef W. Seifert)


1 Begriffsklärung Moderation

Der Begriff Moderation ist ein Urwort des Menschen, das zu unterschiedlichen Zeiten für Unterschiedliches stand. Verfolgt man das Wort Moderation vom Maß der Griechen, über das Augenmaß der Römer, die Mäßigkeit der Mönche, die Maße des mittelalterlichen Richters, den maßvollen Fürsten bis hin zum mittelmäßigen Bürger und dem unmäßigen Schwätzer in unseren Tagen, so hat Moderation immer etwas mit Messen, Maß halten, Mäßigen zu tun gehabt (vgl. Ziegler, 1992). Letzteres trifft auch heute den Bedeutungskern.


2 Verwendung des Begriffes

Prozessgestaltung: Der Begriff Moderation wird heute vor allem als Synonym für „Prozessgestaltung“ verwandt; der Prozessgestalter wird als Moderator bezeichnet. Dabei schwingt immer die historisch gewachsene Bedeutung des Mäßigens mit. Mäßigen kann man indessen nur dort, wo etwas Gegenläufiges stattfindet. Das Mäßigen ist also ein spezielles Tun oder Agieren und als solches integraler, ja kennzeichnender Faktor einer speziellen Art von Prozessgestaltung. Man findet den Begriff auch in den Bereichen Unterhaltung, wo der Moderator im wesentlichen die Aufgabe hat, zwischen den inhaltlichen Teilen einer Veranstaltung „rhetorische Brücken“ zu bauen, im Bereich Information und Journalismus, wo der Moderator in Veranstaltungen mit Gästen versucht, für ein Publikum Informationen zu generieren sowie im Rahmen von Problembearbeitungsprozessen im privaten, öffentlichen und Businessbereich. Bei letzteren Bereichen geht es stets darum partizipativ Probleme zu bearbeiten und zu lösen.

Kommunikation und Gruppengespräche: Inhaltlich geht es bei Moderation im Allgemeinen immer um die Gestaltung von Kommunikationsprozessen und im engeren Sinne um die Gestaltung von Gruppengesprächen. Vom Gesprächsleiter, dem Moderator, wird dabei erwartet, dass er sich aus der inhaltlichen Arbeit heraushält, sich auf die Gestaltung bzw. Lenkung des Kommunikationsprozesses konzentriert und dabei auf die Beteiligten mäßigend einwirkt, so dass das Gespräch nicht zum Streitgespräch wird, nicht rhetorisch Starke dominieren, nicht der eine oder andere Aspekt zu viel Raum bekommt oder die Gruppe vom Thema abschweift etc. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, er hat die Aufgabe mäßigend zu wirken und darauf zu achten, dass der Kommunikationsprozess strukturiert und zielgerichtet abläuft.

Direkte oder indirekte Moderation: Vor allem in den Bereichen „Unterhaltungsmoderation“ und „journalistische Informationsmoderation“ richten sich Veranstaltungen häufig per TV oder Rundfunk und Internet an ein größeres Publikum, so dass es also - über den Kreis der Akteure hinaus - eine „Zuschauer-Ebene“ gibt. Deshalb könnte man die Anwendungsbereiche zusätzlich in die Bereiche „direkt“ (Veranstaltungs- bzw. Live-Moderation) und „indirekt“ (Medien-Moderation) unterteilen.


3 Sozialpsychologische Relevanz

Wie dargestellt, wird auch im Unterhaltungsbereich der Begriff Moderation benutzt, da es in dem Bereich aber nicht um die Vermittlung zwischen konträren Positionen geht, ist der Begriff hier nicht wirklich passend. Im Unterhaltungsbereich wird nicht - dem Wortsinn gemäß - „moderiert“. Im Rahmen journalistischer Moderation und Information hingegen, geht es um „Vermittlung“ zwischen Sichtweisen und Positionen und der redlich um Information bemühte Journalist, wird um Ausgewogenheit bemüht sein (vgl. Jäger, 1999). Die Inhalte der Gespräche werden aber in aller Regel für die Gesprächspartner nur indirekt relevant sein: Die neue Umgehungsstraße, die angedachte Beruhigung der Innenstadt oder das geplante Outlet-Center betreffen die am Gespräch Beteiligten in ihren sozialen Bezügen nur mittelbar. Gesprächsteilnehmer. Für die Betrachtung der Gestaltung von Kommunikations- und Interaktionsprozessen im Rahmen angewandter Sozialpsychologie sind aber vor allem die Anwendungsfelder von Moderation relevant, in denen die Gesprächsinhalte und -resultate direkt mit dem sozialen Geschehen der am Gespräch Beteiligten zu tun haben, sich die Gesprächsteilnehmer also auf einen „modus vivendi“ für das weitere, konkrete Zusammenwirken einigen müssen. Dies bedeutet, dass für die Akteure die Merkmale für eine soziale Gruppe gelten müssen, wie:

• Gemeinsames Gruppenziel
• Zusammenhalt / Kohäsion
• Ein gewisses Maß an Konformität
• Innere Struktur / Rollendifferenzierung
• Face-to-face-Kontakt / Interaktionen
• Spezifische soziale Regeln / Normen
• Abgrenzung nach außen / „Wir-Gefühl“(vgl. Ardelt-Gattinger, 1998).

Die Kennzeichen für eine soziale Gruppe sind vor allem im Bereich der „Problembearbeitung“ gegeben. Hier werden Betroffene zu Beteiligten dieses Prozesses. Es gibt keine Zuschauer, jeder ist Akteur. Die Arbeit bezieht sich auf das Miteinander der Gruppe, die moderiert wird. Die Teilnehmer stehen nicht nur im Rahmen dieses Prozesses in sozialem Kontakt, sondern sie haben als Gruppe eine gemeinsame Vergangenheit und eine gemeinsame Zukunft. Die Ergebnisse und Beschlüsse der Themenbearbeitung wirken auf die soziale Gruppe unmittelbar zurück.

Bei Problemlösemoderationen im öffentlichen Bereich gilt das für journalistische Moderation Gesagte. Wenn etwa die Beteiligten in einer „Zukunftskonferenz“ eine Vision für ihre Stadt oder Region entwickeln und keine Entscheidungen treffen können, die unmittelbar mit ihren sozialen Bezügen zueinander zu tun haben, dann ist die Verwendung des Begriffes „Moderation“ nicht korrekt. Anders hingegen, wenn es sich im „halböffentlichen Raum“ etwa um eine Vereinsversammlung handelt. Wenn sich die Freiwillige Feuerwehr oder der Kegelclub zur Besprechung und Lösung von internen Problemen trifft, so sind die genannten Kriterien für eine soziale Gruppe gegeben und es kann von Moderation im eigentlichen Sinne gesprochen werden. Trennendes zusammenführen: Die Tätigkeit des Moderierens ist nur dort sinnvoll und erforderlich, wo etwas (zumindest tendenziell) Trennendes vorliegt, das zusammengeführt werden muss bzw. soll, um ein bestehendes Problem zu lösen oder ein angestrebtes Ziel zu erreichen. Nur im Rahmen der Gestaltung von Problembearbeitungsprozessen kann von Moderation im engeren Sinne gesprochen werden. In allen anderen Bereichen ist der Begriff Moderation nur in soweit zutreffend, als die als „Moderator“ agierende Person keine eigene Meinung in den Kommunikationsprozess einbringt und ausschließlich als Prozessgestalter wirkt.


4 Problemlösemoderation

Problemlösemoderation findet sowohl im sozialen Bereich (Stichwort „Familientherapie“) als auch im Businessbereich (Stichwort „Organisationsentwicklung“) statt. Dazwischen lässt sich ein öffentlicher Bereich (Stichwort „Kommunalentwicklung“) ausmachen. Der in den jeweiligen Bereichen tätige „Problemlösehelfer“ wirkt als Moderator im skizzierten Sinne. Für das konkrete Tun des Vermittelns zwischen unterschiedlichen Sichtweisen, Strebungen und Wünschen werden jedoch unterschiedlichste Methoden angewandt. Während im sozialen Bereich das Methodenrepertoire psychotherapeutischer Schulen Anwendung findet und der Problemlösehelfer als Therapeut bezeichnet wird, so wird im Organisations-/Businessbereich eher mit der „Moderationsmethode“ gearbeitet und der Problemlösehelfer als Moderator bezeichnet. Im therapeutischen Geschehen hingegen dürfte das Arbeiten mit der sogenannten „Moderationsmethode“ eher die Ausnahme darstellen, genauso sind im Businessbereich Interventionstechniken aus dem therapeutischen Bereich weniger üblich bzw. angemessen; zweifelsohne gibt es aber Überschneidungen: Ein (Familien-)Therapeut arbeitet auch im Businessbereich oder ein Organisationsentwickler arbeitet auch als Teamentwickler oder Konfliktmoderator; jemand betreut Unternehmerfamilien sowohl im Business- als auch im Privatbereich... Spricht man von (Problemlöse-)Moderation, so ist damit in aller Regel Problemlösearbeit in Organisationen, also im Businessbereich gemeint. Obwohl die entsprechenden Methoden in zunehmendem Maße auch im öffentlichen Bereich Anwendung finden, kann man auch hier von Ansätzen der „Businessmoderation“ sprechen. <5>Konfliktbearbeitung. Ein Spezialfall der Businessmoderation ist die Konfliktbearbeitung. Hier überschneidet sich Moderation mit Aufgabenfeldern, wie Konfliktmanagement, Klärungshilfe und Mediation oder kurz „Konfliktbehandlung“ (vgl. Glasl, 1999).


5 Ansätze der Businessmoderation

Der Begriff Moderation wird innerhalb des Businessbereiches häufig als Synonym für „Gestaltung“ verwandt. So verwendet etwa Wohlgemuth (vgl. Wohlgemuth, 1993) den Begriff Moderator als Synonym für Unternehmens- / Organisationsberater. Er fasst den Begriff innerhalb des Businessbereiches also relativ weit. Folgt man dieser Definition, so kann er - in Anlehnung an Edgar Scheins klassische Unterteilung zwischen Experten- und Prozessberatung - allgemein für „Gestaltung von Problemlöseprozessen“ stehen. Der Gestalter, der Moderator, ist zwar auch hier der mäßigend wirkende, zwischen Standpunkten und Sichtweisen vermittelnde Lenker, jedoch weit mehr als ein „Gesprächsleiter“. Man könnte den Moderator hier auch als „speziellen Unternehmensberater“, „systemischen Organisationsberater“ oder „Change-Manager“ bezeichnen. Das andere Ende der Skala der Businessmoderation wird durch die „Moderation per Moderationsmethode“ definiert. Hier wird der Begriff Moderation am engsten gefasst. Moderation meint in diesem Fall ausschließlich die Gestaltung von Gruppengesprächen „zur Meinungs- und Willensbildung“ (vgl. Klebert et al., 1991) und knüpft diese zudem an bestimmte Merkmale.

Bei der Gestaltung von Problemlöseprozessen allgemein (weitere Auslegung des Begriffes Moderation im Businessbereich) findet das Methodenrepertoire der Unternehmens-/ Organisationsberatung Anwendung. Das Know-how zur Gestaltung von Gruppengesprächen spielt dabei eine zentrale Rolle. Die „Moderationsmethode“ (engere Auslegung des Begriffes Moderation im Rahmen der Businessmoderation) ist in diesem Kontext eine (vielleicht sogar die) zentrale Methode zur Gestaltung von Gruppengesprächen.


6 Die Moderationsmethode(n)

Entscheidertraining: In den 60er Jahren wurde vom „Quickborner Team“ (einer Unternehmensberatungsgesellschaft für Bürogestaltung und Bürokommunikation) und dessen Folgeorganisationen eine spezielle Art entwickelt, Gruppengespräche zu gestalten. Es entstanden – aus einem sogenannten „Entscheidertraining“, das zum Ziel hatte, Entscheidungsfindungsprozesse möglichst partizipativ und geordnet ablaufen zu lassen – die „Metaplan ®-Methode“ und die „ModerationsMethode“ als spezielle Formen der Gestaltung von Gruppengesprächen.
Diese wurden in der Folge von zahlreichen Beratern und Trainern variiert und weiterentwickelt; meist wurde dafür die Bezeichnung „Moderationsmethode“ benutzt. Was heute unter dieser Bezeichnung angeboten wird ist nahezu unüberschaubar. Auch die einschlägige Literatur ist äußerst unterschiedlich in ihrer Darstellung und so vielfältig wie die Praxis: „Erlaubt ist, was gefällt.“

Standardisierte Methoden: Als „standardisierte“ Moderationsmethoden entstanden – über die genannten Ansätze hinaus – im deutschsprachigen Raum etwa die MODERATIOnsMETHODE ® (Seifert) und im angelsächsischen Raum Ansätze, wie z.B. „Future Search Conference“ (Weisbord), „Real Time Strategic Change (RTSC)“ (Jacobs), „Open Space“ (Owen).

Offene und zweckgebundene Ansätze: Die genannten standardisierten Moderationsmethoden kann man in die zwei Kategorien „Offene Ansätze“ und „Zweckgebundene Ansätze“ teilen. Während es bei den offenen Ansätzen innerhalb eines Generalthemas offen bleibt, wofür eine Gruppe die angebotene Methodik nutzt, ist bei den zweckgebundenen Ansätzen vorgegeben, wofür sie genutzt werden sollen und können.


7 Gemeinsamkeiten

Die Liste der skizzierten Ansätze ließe sich verlängern. Bei allen Unterschieden im Detail gibt es aber einen, die Moderationsmethode(n) als solche kennzeichnenden, „Wesenskern“, der durch Merkmale gekennzeichnet ist, wie:

• Einnehmen einer speziellen Grundhaltung
• Sitzordnung und Raumgestaltung
• Spezielle Medien und Hilfsmittel
• Prozessbegleitende Visualisierung
• Arbeiten nach speziellen Designs
• Einbeziehen möglichst vieler Betroffener
• Angemessene Dauer


Einnehmen einer speziellen Grundhaltung

Fragen und Verstehen. Moderatorisches Tun kann nur aus der humanistischen Grundüberzeugung heraus gelebt werden, dass alle Menschen unterschiedlich aber gleich viel wert sind; nur so kann der Moderierende „allparteilich“ sein. Des Weiteren muss er eine konstruktivistische Weltsicht haben und Organisationen sowie Gruppen als soziale Systeme verstehen. Denn nur eine Grundhaltung die davon ausgeht, dass Wirklichkeit subjektiv ist und Problemen meist nicht monokausale Ursache-Wirkungs-Ketten zugrunde liegen, gibt dem Bemühen des Vermittelns und Zusammenführens Sinn. Sie führt weg von einer Haltung des Wissens und Überzeugenwollens, hin zu einer Haltung des Fragens und Verstehenwollens.

Sitzordnung und Raumgestaltung

Moderation ist ein Werkzeug zur Gestaltung von Beteiligung. Sie ist darauf angelegt, Begegnung und Miteinander zu ermöglichen. Dazu wird stets eine offene Raum- und Sitz-„Architektur“ geschaffen, die es allen Teilnehmern ermöglicht, dass möglichst jeder jeden sehen kann. Die Idealform ist der offene Stuhlkreis bzw. der Stuhlkreis in U-Form ohne Tische. Dadurch fällt die physische Barriere zwischen den Teilnehmern weg; man sitzt sich „offen“ gegenüber und kann (im Bedarfsfalle) ungehindert nach vorne zu den Medien gehen und etwas visualisieren.

Spezielle Medien und Hilfsmittel

Moderation bedarf spezieller Medien und Hilfsmittel, wie Pinwand, Flip-Chart und Moderationsmaterial. Der Einsatz dieser Medien und Hilfsmittel ermöglicht das Arbeiten mit speziellen teilnehmeraktivierenden Techniken, wie etwa der bekannten „Kartenabfrage“. Das Arbeiten mit Papier und Filzstiften hat eine eigene Qualität, fernab der künstlichen Welt des Computers und Beamers & Co.

Prozessbegleitende Visualisierung

„Im normalen Sprechverkehr kann ein Zuhörer maximal 8 Bit pro Sekunde verstehend empfangen. Der Sprecher ist jedoch in der Lage, etwa 60 Bit pro Sekunde zu erzeugen. Das bedeutet, dass Sprechen in informativer Absicht hochredundant sein muss“ (vgl. Lay, 1978). Da dies aber die wenigsten von uns in einem (vielleicht hitzigen) Gruppengespräch beherzigen (können), muss die Information komprimiert und visualisiert werden, um das einmal Gesagte dauerhaft zur Verfügung zu haben. Es entsteht sichtbar(!) der „rote Faden“. Außenstehende können jederzeit in den Stand der Diskussion eingeführt werden. Experten können ihren Beitrag auf den Stand der Gruppe abstimmen. Außenstehende und Nicht-Teilnehmer können jederzeit leicht über Verlauf und Ergebnis der Arbeit informiert werden. Wesentlich ist dabei, dass die Visualisierung kontinuierlich für alle Gesprächsteilnehmer sichtbar ist. Dadurch tritt die Nutzung von Overhead-Projektoren, Beamern etc. in den Hintergrund; es werden (vor allem) die bereits angesprochenen Medien Pinwand und Flip-Chart verwandt.

Arbeiten nach speziellen Designs

Moderation ist immer nach einem „zeitlichen Phasenmodell“ gegliedert. Es gibt dabei stets eine Eröffnungsphase, eine Phase der Themenbearbeitung und eine Phase des Abschließens. Welche Phasen zu gestalten sind und wie dies im Einzelnen zu geschehen hat, ist für jedes einzelne Modell in der Methodenübersicht kurz skizziert. Manche Ansätze sind inhaltlich offen, andere für spezifische Zwecke gedacht, wie etwa der Erarbeitung eines gemeinsamen Zukunftsbildes.

Einbeziehen möglichst vieler Betroffener

Businessmoderation dient der Problembearbeitung und Problemlösung. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die zeitgleiche Einbeziehung möglichst aller von einem Problem betroffenen Personen. Das können wenige Menschen aber auch mehrere hundert Personen sein. Ist dies nicht möglich, so soll die Arbeitsgruppe möglichst einen repräsentativen Querschnitt der Interessentengruppen darstellen um eine möglichst hohe Partizipation und Akzeptanz für die Aktivitäten zu erreichen.

Angemessene Dauer

Ein Gruppengespräch muss stets eine angemessene Dauer haben. Diese kann, abhängig vom Thema, den Rahmenbedingungen und der jeweiligen Zielsetzung von einigen Stunden bis zu einigen Tagen reichen. Während Routinezusammenkünfte eher nur einige Stunden andauern, gehen moderierte Workshops und Großgruppenkonferenzen von zwei bis maximal fünf Tagen.


8 Anwendungsrahmen und Nutzen

Die Erkenntnis, dass Moderation einen praktischen Nutzen hat, ist theoretisch kaum abgesichert. Ein Beleg findet sich etwa bei Myhsok: „Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich auf die Leistung von Gesprächsgruppen positiv auswirkt, wenn sich der Gesprächsleiter als Fachmann für Wege und Abläufe und nicht als Experte für den Gesprächsinhalt versteht“ (vgl. Myhsok, 1993). Der Verbreitungsgrad der Moderationsmethode/n und die damit gemachten guten praktischen Erfahrungen belegen aber, dass die Anwendung dieser Methodik durchaus Sinn macht. In besonderem Maße ist dies gegeben, wenn die Kommunikationssituation so ist, dass

• die Bearbeitung eines Themas und die Lösung eines Problems nicht „einsam am grünen Tisch“ erfolgen kann oder soll, sondern der Einbezug (möglichst) aller Betroffenen erforderlich und gewünscht ist.
• es besonders wichtig ist, dass jeder der Beteiligten sich uneingeschränkt auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren kann.
• das Thema zu „heiß“ ist, oder jeder der Beteiligten emotional stark involviert ist.
• bereits Fronten bestehen und die Bearbeitung des Themas „festgefahren“ ist.

Businessmoderation ist ein mächtiges Instrument zur eigenverantwortlichen Visions-, Strategie- und Optimierungsarbeit in Organisationen, von der „Zukunftskonferenz“ über „KVP-Arbeit“ bis hin zur Konfliktklärung. Sie baut dabei auf die Fertigkeiten sowie die Kreativität der Mitarbeiter und Führungskräfte und nutzt so vorhandenes Know-how für maßgeschneiderte Lösungen.

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Zitierte Literatur

Ardelt-Gattinger, E. et al. (1996). Gruppendynamik – Anspruch und Wirklichkeit der Arbeit in Gruppen (1. Aufl.). Göttingen: Verlag für Angewandte Psychologie. Cooperrider, D. & Whitney, D. (1999). Appreciative Inquiry – Collaborating for Change (1. Aufl.). San Francisco: Berret-Koehler Communications, Inc. Glasl, F. (1999). Konfliktmanagement – Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater (6. Aufl.). Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben. Jacobs, R. (1994). Real Time Strategic Change (1. Aufl.). San Francisco: Berrett-Koehler Publishers, Inc. Jäger, M. (1999). Moderationstraining – Wie Zeitung ihren Lesern näher kommt. Bonn: ZV-Schriftenreihe „Seminarpraxis“, Band 1, ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH. Klebert, K. et al. (1991). ModerationsMethode – Gestaltung der Meinungs- und Willensbildung in Gruppen, die miteinander lernen und leben, arbeiten und spielen (5. Aufl.). Hamburg: Windmühle GmbH – Verlag und Vertrieb von Medien. Lay, R. (1978). Führen durch das Wort (2. Aufl.). München: Wirtschaftsverlag Langen-Müller/Herbig. Myhsok, A. (1993). Gesprächsgruppen in Organisationen – Gründe für Erfolge und Misserfolge (1. Aufl.). Konstanz: Hartung-Gorre Verlag. Owen, H. (2001). Open Space Technology – Ein Leitfaden für die Praxis. Stuttgart: J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH. Schnelle, E. (1988) Fibel zur Metaplantechnik – Wie man mit der Metaplantechnik Gruppengespräche moderiert. Quickborn: Metaplan GmbH. Seifert, J. (2002). Visualisieren, Präsentieren, Moderieren (19. Aufl.). Offenbach: GABAL Verlag GmbH. Weisbord, M. & Janoff, S. (1995). Future Search – An Action Guide to Finding Common Ground in Organizations & Communities (1. Aufl.). San Francisco: Berrett-Koehler Publishers, Inc. Wohlgemuth, A. (Hrsg.) (1993). Moderation in Organisationen – Problemlösemethode für Führungskräfte und Berater (1. Aufl.). Bern: Verlag Paul Haupt Berne. Ziegler, A. (1992). Wer moderieren will, muß Maß nehmen und Maß geben – Kulturgeschichtliche Hinweise zum heutigen Verständnis der Moderation. Gruppendynamik – Zeitschrift für angewandte Sozialpsychologie, 23 (3), 215-236

 

 

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